Südkorea Staatsanwalt fordert 30 Jahre Haft für Ex-Präsidentin Park

Ihre Vertraute wurde bereits zu 20 Jahren Haft verurteilt. Jetzt fordert die südkoreanische Staatsanwaltschaft in dem Korruptionsskandal, Ex-Präsidentin Park noch härter zu bestrafen.

Park Geun Hye
AFP

Park Geun Hye


Die südkoreanische Staatsanwaltschaft hat eine 30 Jahre lange Haftstrafe für die frühere Präsidentin Park Geun Hye wegen Korruption gefordert. Das berichteten südkoreanische Sender. "Park hat eine nationale Krise heraufbeschworen, indem sie zugelassen hat, dass eine Person, die sich nie mit Staatsdingen befasst hat, das Land regiert", sagte einer der Staatsanwälte.

Die Anklagevertreter werfen der 66-Jährigen unter anderem Bestechlichkeit, Nötigung und Machtmissbrauch vor. Sie soll ihre Stellung als Präsidentin und ihre Macht im Interesse ihrer langjährigen Vertrauten Choi Soon Sil missbraucht und unter anderem geheime Dokumente weitergegeben haben. Park weist die Anschuldigungen zurück.

Im März vergangenen Jahres hatte das Verfassungsgericht sie nach wochenlangen Massenprotesten ihres Amtes enthoben. Im Mai folgte dann Moon Jae In als neuer Präsident. Park sitzt seit ihrem Amtsverlust in Untersuchungshaft. Diese wurde noch im Oktober des vergangenen Jahres um sechs Monate verlängert. Die Anschuldigungen gegen die Ex-Präsidentin seien zu schwer, um sie freizulassen, hieß es damals. Außerdem bestand aus Sicht des Gerichts die Gefahr, dass Beweismittel vernichtet werden könnten.

Choi, die Schlüsselfigur in dem Korruptionsskandal, wurde vor zwei Wochen zu 20 Jahren Haft verurteilt. Der Vorwurf: Sie soll durch ihre guten Verbindungen zu Park zahlreiche Unternehmen - einschließlich der Samsung-Gruppe - genötigt haben, ihre Stiftungen und Organisationen mit Millionen zu fördern.

aev/dpa



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