Südkoreas Präsident Moon ist zu Treffen mit Kim bereit, wenn...

Gerade erst haben sich Vertreter aus Süd- und Nordkorea die Hände gereicht - treffen sich bald auch die höchsten Politiker beider Länder? Präsident Moon Jae In ist dazu bereit. Unter gewissen Bedingungen.


Der südkoreanische Präsident ist zu einem Treffen mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un "unter den richtigen Bedingungen" bereit. Falls "konkrete Ergebnisse" erzielt werden könnten, würde er einem Treffen zustimmen, sagte Moon Jae In bei seiner Neujahrs-Pressekonferenz in Seoul. Dabei nannte er auch seine langfristigen Ziele: die Verhinderung eines weiteren Krieges und die Schaffung einer atomwaffenfreien Halbinsel.

Er werde sich für weitere Gespräche zwischen den beiden Ländern einsetzen, sagte Moon. Zugleich forderte er von Pjöngjang erneut den Verzicht auf Atomwaffen. Die Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel sei ein grundlegendes Ziel, das niemals aufgegeben werde. Sollte es von Nordkorea neue Provokationen geben, könnten weitere Sanktionen folgen.

Am Dienstag hatten sich Vertreter beider Länder bei ihren ersten Gesprächen seit zwei Jahren auf weitreichende Maßnahmen zur Verbesserung ihrer Beziehungen geeinigt. Nordkorea will unter anderem eine Delegation zu den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang entsenden (mehr dazu lesen Sie in dieser Analyse). Südkorea erwägt eine zeitweise Aussetzung von Sanktionen gegen den kommunistischen Norden.

Video zu Nordkoreas Annäherungskurs: "Es ist ein wichtiger Schritt"

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Die jüngste Annäherung der beiden koreanischen Staaten ist nach Ansicht von Moon auch auf die Politik des US-Präsidenten zurückzuführen. Donald Trump gebühre deswegen große Anerkennung.

Der linksliberale Moon hatte seit Beginn seiner Amtszeit den Kontakt zum Regime im Norden gesucht. Viele Südkoreaner wünschen sich Umfragen zufolge eine Aussöhnung mit dem Norden. Dem stand seine Vorgängerin Park Geun Hye mit einem konfrontativen Kurs noch entgegen.

Uno, EU, USA - die Reaktionen

Uno-Generalsekretär António Guterres hatte nach dem Treffen der Delegationen aus Süd und Nord erklärt, er freue sich insbesondere über die Vereinbarung, Militärgespräche über eine Entspannung wiederaufzunehmen. Das sei "entscheidend, um das Risiko von Fehlkalkulationen und Missverständnissen zu verringern und Spannungen in der Region zu reduzieren".

Nordkorea - Die Chronik des Konflikts

Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini sprach von einem ermutigenden Signal. Sie hoffe, dass dies "ein Baustein für Frieden und Stabilität auf der koreanischen Halbinsel" werde und den Weg zu einem breiter angelegten, glaubwürdigen und substanziellen Dialog ebne.

Die USA begrüßten den positiven Ausgang der Gespräche. US-Präsident Donald Trump habe Moon am 4. Januar deutlich gemacht, dass die USA an friedlichen und erfolgreichen Winterspielen interessiert seien. "Im selben Gespräch verständigten sich die beiden Staatsmänner darauf, die Strategie des maximalen Drucks auf Nordkorea mit dem Ziel einer kompletten Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel weiterzuverfolgen", hieß es in einer Erklärung des US-Außenministeriums.

aar/dpa/Reuters

insgesamt 8 Beiträge
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skylarkin 10.01.2018
1.
Hoppla, Trump als Deeskalierer. Wer hätte das gedacht. Im Ernst, evtl.ist an der These was dran, dass der verbale Druck, die verschärften Sanktionen und die endlich erfolgreiche Einbindung Chinas ins Sanktionsystem ein Einlenken Nordkoreas erzwungen haben, etwas dran. Dann war Trump tatsächlich erfolgreich.
auf_dem_Holzweg? 10.01.2018
2. Moderne Politik
wird also auf dem Golfplatz - in maximal 4 Arbeitsstunden täglich- gemacht. Daran sollten sich unsere Politiker mal orientieren. Das würde die Kosten für unser StaatsCaos deutlich reduzieren, Politik als Halbtagesjob. Somit zeigt Trump offen, wir man richtige Politik macht. Zumindest wenn man diesen Beitrag glauben darf
thoscha 10.01.2018
3. Talk to ME
Dem Norden muß es ja richtig schlecht gehen., das er von seiner bisher eskalativen Politik nun auf zumindest vorübergehende Desekalation schaltet. Doch die "ultimative" Waffe aus der Hand geben wird der Norden nie! Das wäre nämlich das Todesurteil für den kleinen, fetten Rocketman! Verrat am Volk, einer der Militärs steht bestimmt schon in den Startlöchern bereit - ohne Wissen des geliebten Führers. Und das Trumps verbale Wort- gefechte der ausschlaggebende Faktor gewesen sein sollen - die Gedanken sind frei! So frei wie zu seiner Jerusalem First Initiative.
rabbijakob 10.01.2018
4. Du meine Güte...
... jetzt wird Trump hier heilig gesprochen... auf die Idee, dass in Südkorea ein kluger Mann sitzt kommt hier wirklich keiner?
jupiter_jones 10.01.2018
5. At posting Nr 1
"Hoppla, Trump als Deeskalierer. Wer hätte das gedacht...." Da liegen sie aber falsch. Die Kim "ebenbuerdigen" Tweets von Trump waren eher wasser auf die muehlen der Propaganda der Nordkoreanischen Regierung. Aber was man Trump in diesem Zusammenhang vielleicht zu Gute halten koenne, sind die Sanktionen. Aber diese Politik ist Obama auch gefahren.
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