Nach Trump-Kim-Gipfel USA und Südkorea stoppen geplante Militärübung

Das für August geplante Militärmanöver "Ulchi Freedom Guardian" von südkoreanischen und US-Truppen wird nicht stattfinden. Damit kommen die Länder Nordkoreas Machthaber entgegen. Der reist am Dienstag nach China.

"Ulchi Freedom Guardian"-Übung 2017
REUTERS/Hong Ki-Won/Yonhap

"Ulchi Freedom Guardian"-Übung 2017


Die USA haben alle Planungen für ein gemeinsames Militärmanöver mit Südkorea im August gestoppt. Das teilte das Pentagon am Montagabend mit. Auch das südkoreanische Verteidigungsministerium bestätigte die Entscheidung, wie die Nachrichtenagentur Yonhap berichtete.

Pentagon-Sprecherin Dana White erklärte, die Planungen für das Manöver mit dem Namen "Ulchi Freedom Guardian" seien ausgesetzt worden. Man sei noch dabei, weitere Schritte zu koordinieren. Über spätere Militärübungen sei noch nicht entschieden worden.

US-Präsident Donald Trump hatte nach dem Gipfeltreffen mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un am vergangenen Dienstag in Singapur einen Stopp der "Kriegsspiele" angekündigt. Mit diesem Schritt könne viel Geld gespart werden. Südkorea leiste seinen Beitrag für die Manöver, "aber nicht 100 Prozent", erklärte der US-Präsident. Er kam mit der Ankündigung dem nordkoreanischen Regime entgegen, das seit Langem ein Ende der regelmäßigen US-südkoreanischen Manöver fordert.

Video: Nordkoreanische Medien feiern Singapur-Gipfel

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Die USA haben etwa 28.500 Soldaten in Südkorea stationiert. Sie trainieren regelmäßig mit Verbündeten in der Region. Im Jahr 2017 waren an "Ulchi Freedom Guardian" 17.500 Soldaten der USA beteiligt. Auch Streitkräfte aus Australien, Kanada, Kolumbien, Dänemark, Neuseeland, den Niederlanden und Großbritannien nahmen teil.

Trump hatte die Manöver provokant genannt. Er liegt mit dieser Einschätzung auf der Linie Nordkoreas. Das Pentagon hatte stets betont, die Übungen seien rein defensiver Natur. Der Stopp der Planungen gilt als Konzession sowohl an Nordkorea als auch an China.

Kim reist nach China

Kim Jong Un ist am Dienstag und Mittwoch zu Besuch in der Volksrepublik, wie chinesische Medien berichteten. Es ist seine dritte Reise nach China in diesem Jahr. Es wird erwartet, dass Kim die chinesische Führung über die Ergebnisse des Singapur-Gipfels informiert.

Beobachter sehen China als einen heimlichen Gewinner des Treffens zwischen den USA und Nordkorea. Peking will weder nordkoreanische Atomwaffen noch US-Truppen vor der eigenen Haustür. Insofern hätte der Gipfel in Singapur aus chinesischer Sicht kaum besser laufen können.

aar/dpa/AFP/Reuters

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Hans Hase 19.06.2018
1. Kein Manöver ist das beste Manöver
Egal, was man von Trump und Kim Jong Un halten möchte. Ja, der U.S. Präsident redet mit einem Diktator, der gegen Menschenrechte verstößt. Man kann also sagen, es begegnen sich zwei Lenker auf Augenhöhe. Entgegen dem medialen Eindreschen auf den Gipfel der zwei, was ist denn die Alternative zu Gesprächen? Atomkrieg? Wer nicht miteinander redet, der muss kämpfen. Ich denke Reden macht mehr Sinn und das Aussetzen von Manövern umso mehr. Die Leitmedien in der BRD wettern gegen eine friedliche Wiedervereinigung und Annäherung, die Frage ist, warum? Diese Meinung der Leitmedien aus einem ehemals gespaltenen Land, das am Rande eines interkontinentalen Atomkriegs stand, in dem Familien über Jahrzehnte getrennt waren und Graben geschaffen wurden, die heute noch nicht verheilt sind ? Absurd.
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