Umfang der Übung reduziert Südkorea und USA starten Manöver - aus Pjöngjang kein Protest

Südkorea hat sein Frühjahrsmanöver mit den USA begonnen. Normalerweise wertet Nordkorea die Übung als Provokation - vor dem Nord-Süd-Gipfeltreffen hält sich das Regime zurück.

Militärmanöver (Archivbild aus 2017)
AP/ Yonhap

Militärmanöver (Archivbild aus 2017)


Was ist die vorsichtige Annäherung Nord- und Südkoreas wert? Das alljährliche Manöver des Südens mit US-Truppen könnte darüber Aufschluss geben - nun hat es begonnen. An der jährlichen Übung "Foal Eagle" nehmen rund 11.500 US-Soldaten und 290.000 südkoreanische Soldaten teil, teilte das Verteidigungsministerium in Seoul mit.

Die Übung soll den Angaben zufolge einen Monat dauern - sonst dauert sie doppelt so lange. In diesem Jahr sollen nach Angaben des südkoreanischen Militärs zudem weniger strategische Waffen wie ein atomgetriebener Flugzeugträger zum Einsatz kommen.

Die Annäherung zwischen Nord- und Südkorea hatte innerhalb weniger Wochen Gestalt angenommen. Auf die Neujahrsansprache des nordkoreanischen Diktators Kim Jong Un und der Ankündigung, eigene Sportler an den Olympischen Spielen im Süden teilnehmen zu lassen, folgten bereits mehrere hochrangige Gespräche. Zuletzt sagte Kim bei einem Besuch in Peking, für Gespräche über eine Denuklearisierung bereit zu sein.

Aufschub unterstützte die Annäherung

Das Manöver könnte den Prozess ins Stocken bringen: Die USA und Südkorea halten regelmäßig Militärübungen ab, um ihre Bereitschaft für einen Konflikt auf der koreanischen Halbinsel zu testen. Ihre Frühjahrsmanöver hatten in den vergangenen Jahren immer wieder heftige Proteste der Führung Nordkoreas ausgelöst. Sie unterstellte den USA Angriffsvorbereitungen und wertete die Übungen als Provokation. Diesmal hat sich die Führung in Pjöngjang nicht dazu geäußert.

Die USA und Südkorea hatten vereinbart, während der Olympischen Winterspiele und der Paralympics auf gemeinsame Militärübungen zu verzichten. Mit dem Aufschub hatten die beiden verbündeten Länder die Annäherung zwischen Süd- und Nordkorea unterstützt.

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Am Donnerstag hatten sich die beiden koreanischen Nachbarstaaten auf den 27. April als Termin für das Gipfeltreffen geeinigt. Das Treffen zwischen Kim und dem südkoreanischen Präsidenten Moon Jae In ist im Grenzort Panmunjom geplant - im "Friedenshaus" auf der südkoreanischen Seite. Kim wird somit der erste nordkoreanische Machthaber sein, der seit dem Ende des Koreakriegs 1953 südkoreanischen Boden betreten wird.

Bis Ende Mai soll es auch ein Treffen zwischen Kim und US-Präsident Donald Trump geben. Beide Politiker haben sich dazu bereit erklärt, Zeitpunkt und Ort des Gipfels sind aber noch unklar.

vks/dpa/AFP

insgesamt 4 Beiträge
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Klaatu Barada Nikto 01.04.2018
1. Das ist ja mal ein dickes Ding!
Wie Kim das wohl innenpolitisch verkaufen wird? Sein Gesicht darf er ja nun vor seinem Volk nicht verlieren. Ich hoffe jedenfalls auf eine Annäherung der beiden Koreas. Die südlich gelegene Republik ist mein Traumziel und das Regime im Norden völlig aus der Zeit gefallen und es wäre schöner für alle Koreaner, wenn es sich in einer langsamen, weichen Öffnung auflösen würde, als mit einem lauten finalen Knall ein weiteres Mal zu einem Fiasko für die Einwohner der Halbinsel zu werden. Auch schön zu sehen, dass die USA es ausnahmsweise unterlassen, auf die Ka**e zu hauen und das schwerste Gerät diesmal daheim lassen. Ein Hoffnungsschimmer am Horizont.
Gottfried 01.04.2018
2. Und wieder zertritt Amerika das kleine Pflänzchen Hoffnung,
jedes Mal die gleiche Vorgehensweise, die Führung in Seoul und ihre US Freunde wollen anscheinend keinen Frieden. Warum verzichtet man nicht ein einziges Mal auf die Kraft Protzerei. Verhandlungen werden immer scheitern, wenn eine Seite von der anderen verlangt, die Waffen nieder zu legen. Das nennt man Erpressung und Demütigung des Gegners. So wird man nichts erreichen.
hugahuga 01.04.2018
3.
Zur Teilnahme an gemeinsamen Manövern gezwungen? Vielleicht nicht ganz - aber wahrscheinlich unlustig und mit der Faust in der Tasche. Beide Korea gehen - Gott sei Dank - aufeinander zu. Nur die Amis stören - noch.
hugahuga 01.04.2018
4.
Zitat von Gottfriedjedes Mal die gleiche Vorgehensweise, die Führung in Seoul und ihre US Freunde wollen anscheinend keinen Frieden. Warum verzichtet man nicht ein einziges Mal auf die Kraft Protzerei. Verhandlungen werden immer scheitern, wenn eine Seite von der anderen verlangt, die Waffen nieder zu legen. Das nennt man Erpressung und Demütigung des Gegners. So wird man nichts erreichen.
Stimmt leider alles - man sollte nicht vergessen, dass Südkorea (in noch größerem Maß als Deutschland ) nicht souverän ist, sondern dass Amiland (wie bei uns auch) sagt, wo es langzugehen hat. Bei beiden fehlen die Friedensverträge - mit Absicht.
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