Korruption in Südkorea 20 Jahre Haft für Vertraute von Ex-Präsidentin

Eine der Schlüsselfiguren in dem Korruptionsskandal um die südkoreanische Ex-Präsidentin Park Geun Hye muss für 20 Jahre ins Gefängnis.

Angeklagte Choi Soon Sil
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Angeklagte Choi Soon Sil


Im Korruptionsskandal um die frühere südkoreanische Präsidentin Park Geun Hye hat ein Gericht deren einstige Vertraute Choi Soon Sil zu 20 Jahren Haft verurteilt. Choi wurde vorgeworfen, ihre guten Verbindungen in den Präsidentenpalast für finanzielle Vorteile genutzt zu haben.

Im März des vergangenen Jahres war Ex-Präsidentin Park nach wochenlangen Straßenprotesten ihres Amtes enthoben worden. Die konservative Politikerin sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Sie steht unter anderem wegen Korruption, Machtmissbrauch und Nötigung vor Gericht. Wann ein Urteil gesprochen wird, ist noch unklar. Die ehemalige Präsidentenvertraute Choi gilt als Schlüsselfigur in dem Skandal.

Erbe des Samsung-Konzerns wieder frei

Im Zusammenhang mit dem Skandal wurde im August 2017 der Erbe des Samsung-Imperiums, Lee Jae Yong, zu fünf Jahren Haft wegen Korruption verurteilt. Ein Berufungsgericht in Seoul milderte jedoch kürzlich das Urteil auf eine Bewährungsstrafe von zweieinhalb Jahren ab. Lee wurde inzwischen freigelassen.

Geldstrafe von 13,5 Millionen Euro für Choi

Die Staatsanwaltschaft warf Choi unter anderem Bestechung, Nötigung und Machtmissbrauch vor. Berichten zufolge wurde sie in den meisten Punkten schuldig gesprochen. Außer der Haftstrafe muss sie eine Geldstrafe in Höhe von 18 Milliarden Won (etwa 13,5 Millionen Euro) zahlen.

Die Richter sahen es als erwiesen an, dass Park mit Choi zusammengearbeitet hat. Unter anderem hatten die beiden Unternehmen wie der Samsung-Gruppe Zahlungen an Chois Organisationen abgerungen.

Choi sei vergleichbar mit Rasputin

Der Richter Kim Se Yun sagte, Park habe ihre verfassungsrechtliche Verantwortung vernachlässigt und Choi die Einmischung in Regierungsgeschäfte erlaubt, obwohl diese kein öffentliches Amt innehatte. Chois Macht wurde mit der des russischen Wanderpredigers Rasputin verglichen, der im 20. Jahrhundert durch seinen Einfluss auf den Zaren eine starke Position am russischen Hofe innehatte.

Das Gericht verurteilte zudem den früheren Chefsekretär im Präsidialamt, Ahn Chong Bum, wegen seiner Rolle in dem Skandal zu sechs Jahren Haft und einem Strafgeld von 100 Millionen Won. Gegen den Vorsitzenden des Einzelhandelskonzerns Lotte, Shin Dong Bin, wurden zweieinhalb Jahre Haft verhängt. Ihm hatte die Staatsanwaltschaft vorgeworfen, Geld an eine von Chois Stiftungen gezahlt zu haben, um im Gegenzug eine Lizenz für einen Duty-free-Shop zu erhalten.

höh/dpa/Reuters/AP



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