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Südkoreas Geheimdienst: Nordkorea bereitet offenbar neuen Nukleartest vor

REUTERS/ KCNA

Kaum hat Nordkorea eine Langstreckenrakete abgefeuert, wird bekannt, dass das Regime wohl einen weiteren Atomtest plant. Das zumindest behauptet der südkoreanische Geheimdienst. Erste Staaten kündigen Konsequenzen an.

Nordkorea bereitet offenbar einen fünften Nukleartest vor - das berichtet die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap. Sie beruft sich auf Seouls Geheimdienst.

Die Meldung wurde nur wenige Stunden nach dem Start einer nordkoreanischen Langstreckenrakete veröffentlicht. Das Regime in Pjöngjang feierte den Abschuss als Erfolg. Die Rakete habe den "Erdbeobachtungssatelliten Kwangmyongsong 4 erfolgreich in die Umlaufbahn gebracht", verkündete eine Nachrichtensprecherin des Staatsfernsehens. Kwangmyongsong bedeutet "Leuchtender Stern".

Nach Angaben des südkoreanischen Militärs erreichte vermutlich ein Objekt den Orbit, doch seien weitere Analysen des Flugs nötig. Die Rakete habe vermutlich eine Reichweite von bis zu 13.000 Kilometern gehabt und könnte somit theoretisch US-Festland erreichen, zitierte Yonhap einen Militär.

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Raketenstart in Nordkorea: Kim Jong Un provoziert erneut
Die USA, Südkorea und Japan verurteilten den Raketenstart als Verstoß gegen Uno-Resolutionen, sie drohen mit Konsequenzen (Lesen Sie hier mehr zu den Reaktionen). Sie befürchten, dass Pjöngjang vor allem die Technologie atomar bestückter Interkontinentalraketen testen will. Wie der südkoreanische Geheimdienst Yonhap zufolge mitteilte, sei der nordkoreanische Satellit wertlos, da er geschätzt nur 200 Kilogramm gewogen habe, ein geeigneter Satellit wiege aber 800 bis 1500 Kilogramm.

Dies betonte laut Yonhap auch der Abgeordnete Lee Cheol-woo von der konservativen Regierungspartei Saenuri. Nordkorea bereite einen neuen, fünften Atomtest vor, sagte der Parlamentarier.

Dringlichkeitssitzung des Uno-Sicherheitsrats angesetzt

Die USA, Südkorea und Japan beantragten eine Dringlichkeitssitzung des Uno-Sicherheitsrats in New York. Sie wurde für Sonntagvormittag 11 Uhr (Ortszeit; 17 Uhr MEZ) angesetzt. Erst vor einem Monat hatte der vierte Atomtest Pjöngjangs weltweit Empörung ausgelöst.

Die südkoreanische Armee meldete, man habe vermutlich ein Teil der Rakete südöstlich vor der Insel Jeju gefunden. Dabei handelt es sich laut der Nachrichtenagentur Reuters um einen Teil der Verkleidung der Rakete.

Südkorea kündigte am Sonntag den Beginn offizieller Gespräche mit seinem Verbündeten USA über die Lieferung amerikanischer Abfangraketen an. Dies dürfte vor allem in China und Russland Beunruhigung auslösen. Diese sind strikt gegen die Aufstellung solcher US-Raketen in ihrer Nachbarschaft. Außerdem will Seoul seine gegen den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un gerichtete Propaganda-Beschallung an der Grenze ausweiten.

heb/Reuters

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 35 Beiträge
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1. Wie schwer war Sputnik?
WwdW 07.02.2016
Und wie schwer war Sputnik? Nordkorea wird ja wohl kaum Radio-Röhren und analoge Kameras in den Satelliten gesteckt haben, oder?
2. Nordkorea
Butenkieler 07.02.2016
will den Weltraum und damit die Welt beherrschen. Vor allem die USA sollen vor der Super-Wassestoff-Waffe zittern und allen Erpressungsversuchen sofort klein beigeben. Damit die Machthaber in Nordkorea z.B. wieder kostenlose Nahrungsmittel aus den USA erhalten. Aber, machen wir uns nichts vor: die Raketen können auch Europa erreichen und London, Paris oder Berlin ausradieren.
3. Das ganze Land ist am darben
verbal_akrobat 07.02.2016
nur an einem nicht, militärische Wehrhaftigkeit. Kann man mal sehen wie wichtig dass leider heutzutage immer noch ist, gut ja auch am Beispiel USA. Also wenn man 30.000 IS Kämpfer angeblich, mit Hilfe von Satelliten und sagen wir mal der Fremdenlegion als Beispiel, nicht herr wird... (wieviel tausend Mann unter Waffen haben die dort in der Armee aktuell?) Und mit dem anhaltenden Wirtschaftkrieg klappts auch nicht, vielleicht weil Nord Korea eben auch ein dicker Grund ist, einen hohen Militärhaushalt in der westlichen Welt zu führen? Ein Schelm der da böses denkt!
4. Wie gefährlich ist Kim wirklich?
dieter_k 07.02.2016
Das Titelfoto ist genial: die besserwisserisch-herrscherische Geste des unfehlbaren Diktators und die unterwürfig-verbissenen Gesichter der Militärs, die jedes Wort Kims aufschreiben, damit nur ja jeder Unsinn wortgetreu ausgeführt werden kann. Es ist wohl eine Art Lebensversicherung für die Generäle und Offiziere. Für die ist Kim - wie jeder mächtige Laie für machtlose Experten - wirklich gefährlich. Aber für Japan und andere Demokratien? China ist das eigentliche Regulativ der Region und klopft im Notfall dem Obermotz auf die Finger. Der könnte in einer Eskalation zwar in der Lage sein, bei seinem persönlichen Untergang das Land "bis zum letzten Blutstropfen" und die Region mit ins Grab zu ziehen, wie das alle Diktatoren so an sich haben. Aber bei Kim gehört das Säbelrasseln zur innenpolitischen Gesichtswahrung, um weiterhin vom Volk als Halbgott, der mit den Mächten spielt, verehrt werden zu können.
5. @1
dissidenten 07.02.2016
Sputnik wog rund 85 Kilogramm. Der Satellit wird halt irgendwas sinnloses tun, wie der letzte, den die Nordkoreaner ins All schossen: Der dudelt ein koreanisches Volkslied vor sich hin.
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