Konflikt Dutzende Tote bei Angriff auf Uno-Stützpunkt im Südsudan

Sie töteten fast 50 Zivilisten, darunter Frauen und Kinder: Im Südsudan haben 350 Bewaffnete einen Uno-Stützpunkt angegriffen. Die Sicherheitsvorkehrungen in anderen Camps der Vereinten Nationen im Land wurden verschärft.

Uno-Soldaten und Flüchtlinge in Bor (Archiv): Hungersnot droht
DPA

Uno-Soldaten und Flüchtlinge in Bor (Archiv): Hungersnot droht


Bei einem Angriff auf einen Uno-Stützpunkt im Südsudan sind mindestens 58 Menschen getötet worden. Rund 350 Bewaffnete griffen am Donnerstag die Uno-Basis in der Stadt Bor im Osten des Landes an. Sie hätten "extreme Gewalt" eingesetzt, um die Absperrungen um den Stützpunkt zu durchbrechen, sagte der Uno-Hilfskoordinator für den Südsudan, Toby Lanzer.

Der Stützpunkt beherbergt fast 5000 Zivilisten, die vor der Gewalt im Land geflohen sind. Die Soldaten der Uno-Mission schlugen die Angreifer schließlich in die Flucht. "Als wir verstanden, dass wir angegriffen werden, haben wir zurückgeschossen", sagte Lanzer. Inzwischen sei die Armee zum Schutz des Camps abgestellt worden, sagte ein Sprecher von Präsident Salva Kiir.

Innerhalb des Stützpunkts seien die Leichen von 48 Zivilisten gefunden worden, sagte Lanzer. Unter den Opfern seien auch Frauen und Kinder. Außerhalb des Stützpunktes hätten zudem die Leichen von zehn Angreifern gelegen. Die Zahl der Toten könne aber weiter steigen, da mehr als hundert Menschen zum Teil schwer verwundet seien, sagte Lanzer.

Er lobte den Einsatz der indischen, nepalesischen und südkoreanischen Blauhelmsoldaten. "Wir werden alles tun, um die unter unserem Schutz stehenden Menschen zu beschützen, auch durch den Einsatz tödlicher Gewalt", warnte der Uno-Vertreter. Es seien Maßnahmen zur Verstärkung des Schutzes an den anderen Uno-Stützpunkten im Land getroffen worden.

Die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Samantha Power, verurteilte den "schamlosen, unmenschlichen Angriff auf unbewaffnete Zivilisten". Die Verantwortlichen müssten zur Rechenschaft gezogen werden.

Der Südsudan ist seit 2011 unabhängig und damit der jüngste Staat Afrikas. Im Dezember war ein lange schwelender Konflikt zwischen Präsident Kiir und seinem ehemaligen Stellvertreter Riek Machar eskaliert. Beide Politiker gehören rivalisierenden Volksgruppen an. Hunderttausende Menschen sind wegen der Gewalt auf der Flucht, Tausende wurden getötet. Die UNO warnte zuletzt vor einer Hungersnot in dem bitterarmen Land.

hut/AFP/Reuters



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