Blutige Unruhen Deutscher General sitzt im Südsudan fest

Schwere Kämpfe erschüttern den Südsudan, Hunderte Menschen starben. Der deutsche General Hans-Werner Fritz und eine zehnköpfige Delegation können nicht ausreisen. Großbritannien plant eine Luftbrücke, um seine Bürger in Sicherheit zu bringen.

Uno-Mission im Südsudan: Viele Tote und Verletzte
AFP

Uno-Mission im Südsudan: Viele Tote und Verletzte


Juba/New York - Von den blutigen Unruhen im Südsudan ist auch die Bundeswehr betroffen. Der Chef des Einsatzführungskommandos, Generalleutnant Hans-Werner Fritz, kann aus dem umkämpften afrikanischen Land bislang nicht ausreisen. Mit einer zehnköpfigen Delegation befindet er sich dort auf Inspektionsreise. Doch sein Rückflug verzögert sich, so ein Sprecher des Einsatzführungskommandos.

Rebellen und Armee liefern sich heftige Auseinandersetzungen im Südsudan, die Unruhen haben sich von der Hauptstadt Juba auf andere Landesteile ausgeweitet. Hunderte Menschen sollen in den vergangenen Tagen ums Leben gekommen sein, weitere 300 wurden nach Angaben des Roten Kreuzes in Krankenhäusern behandelt. Der Flughafen von Juba war seit Montag geschlossen, ist inzwischen jedoch wieder geöffnet.

Die Bundeswehr hat im Rahmen der Uno-Mission UNMISS seit längerem Soldaten in dem instabilen Land stationiert, die Mission wurde erst kürzlich bis Ende 2014 verlängert. Zurzeit halten sich 16 Bundeswehrsoldaten in dem Land auf, sie sind laut "Rheinischer Post" in geschützten Liegenschaften der Vereinten Nationen untergebracht.

Immer mehr westliche Länder bringen ihre Bürger angesichts der Kämpfe in Sicherheit. Am frühen Donnerstagmorgen kündigte Großbritannien die Einrichtung einer Luftbrücke an, berichtet die BBC unter Berufung auf das Außenministerium in London. Die USA haben bereits am Mittwoch begonnen, Landsleute aus dem Krisenland auszufliegen. 150 US-Bürger und Diplomaten haben den Südsudan nach Angaben des US-Außenministeriums verlassen. Die reguläre Arbeit der Botschaft wurde eingestellt.

Nach einem Bericht der Deutschen Welle (DW) wurden auch etwa 160 Deutsche aus dem Land gebracht, darunter drei DW-Mitarbeiter. Das Auswärtige Amt warnt seit Dienstag vor Reisen in das afrikanische Land.

Warnungen vor einem neuen Bürgerkrieg

Die Einheimischen können nicht ausreisen - sie suchen bei der Uno Schutz. Nach Angaben der Vereinten Nationen sind in zwei Gebäuden in Juba inzwischen rund 20.000 Zivilisten eingetroffen. Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon äußerte sich zutiefst besorgt. "Das ist eine politische Krise, in die sofort mit politischem Dialog eingegriffen werden muss", sagte er.

Nach den schweren Unruhen in der Hauptstadt in den vergangenen Tagen entspannte sich die Lage dort erstmals wieder. Aber "obwohl es seit Sonntag der bisher ruhigste Tag ist, geht die Krise weiter, denn jetzt wird in anderen Teilen des Landes gekämpft", so ein Sprecher der Uno-Friedensmission.

Die Kämpfe zwischen Truppen, die Präsident Salva Kiir gegenüber loyal sind, und Soldaten, die einen Oppositionsführer unterstützen, waren am Sonntag ausgebrochen. Kiir wirft seinem ehemaligen Stellvertreter Riek Machar vor, die Regierung stürzen zu wollen. Erst am Montag hatten offenbar Bewaffnete bei Gefechten in Juba versucht, das Verteidigungsministerium zu stürmen.

In den vergangenen Wochen warfen Führungsmitglieder der ehemaligen Rebellenorganisation und jetzt regierenden Sudanesischen Volksbefreiungsbewegung (SPLM) dem Präsidenten öffentlich "diktatorisches" Verhalten vor. Der vielschichtige Konflikt hat auch ethnische Dimensionen. Experten warnen vor einem neuen Bürgerkrieg in dem jungen Land, das sich erst 2011 vom Nachbarn Sudan abgespalten hatte.

kgp/dpa

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panzerknacker51, 19.12.2013
1. "... auch ethnische Dimensionen"
Zitat von sysopAFPSchwere Kämpfe erschüttern den Südsudan, Hunderte Menschen starben. Der deutsche General Hans-Werner Fritz und eine zehnköpfige Delegation können nicht ausreisen. Großbritannien plant eine Luftbrücke, um seine Bürger in Sicherheit zu bringen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/suedsudan-deutscher-bundeswehr-general-sitzt-wegen-kaempfen-fest-a-939963.html
Wie so häufig in Afrika: Die nicht an der Macht beteiligten Ethnien beherrschen die demokratischen Spielregeln nicht, und der herrschende Clan versorgt zunächst einmal seine eigene Clientel auf Kosten der Allgemeinheit - und schon kracht's.
mcmurdo 19.12.2013
2. Blutige Unruhen: Deutscher General sitzt im Südsudan fest
Zitat von sysopAFPSchwere Kämpfe erschüttern den Südsudan, Hunderte Menschen starben. Der deutsche General Hans-Werner Fritz und eine zehnköpfige Delegation können nicht ausreisen. Großbritannien plant eine Luftbrücke, um seine Bürger in Sicherheit zu bringen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/suedsudan-deutscher-bundeswehr-general-sitzt-wegen-kaempfen-fest-a-939963.html
Da hilft jetzt nur noch eines: Ursula to the front, und hau´ den General raus.
sebastian.teichert 19.12.2013
3. optional
Wofür wurde eigentlich diese Clownschule UNO und Blauhelme gegründet? Es wirkt als wenn sie überall zu spät wären obwohl sie schon seit Jahren da sind! Völlig ohne rechte einzugreifen müssen Menschen Sachen schützen die es nur in den Köpfen von irgendwelchen scheinbar auf dem Mond lebenden Politikern gibt! Es ist wie immer eine einzige Farce! Naja :) das nächste Paket Asylbewerber ist schon geschnürt. Wir haben es ja! -.-
immertreu 19.12.2013
4. Ich finde
Zitat von sysopAFPSchwere Kämpfe erschüttern den Südsudan, Hunderte Menschen starben. Der deutsche General Hans-Werner Fritz und eine zehnköpfige Delegation können nicht ausreisen. Großbritannien plant eine Luftbrücke, um seine Bürger in Sicherheit zu bringen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/suedsudan-deutscher-bundeswehr-general-sitzt-wegen-kaempfen-fest-a-939963.html
der Herr General könnte die Menschen erstmal mitbringen und dann lösen wir das Problem.
sitiwati 19.12.2013
5. naja,
mit was will der General ausfliegen-mit der a400, die noch nicht fertig is, mit dem Dings Hubschrauber, der noch nicht fertig oder dem neuen Kampfjet , der Flugverbot hat, und was macht ein deutscher General da unten, das Desaster mit Oberst Klein ist doch genug, deutsche Uniformen im Ausland JA , aber nur von DRK/THW !
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