Bürgerkrieg im Südsudan Uno warnt vor neuer Hungersnot

Die Uno warnt: Zwischen sechs und sieben Millionen Menschen droht im Südsudan akuter Nahrungsmangel. Nur ein knappes Jahr nach der letzten droht dem jungen Staat die nächste Hungersnot.

Taban Deng Gai, Vizepräsident des Südsudan
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Taban Deng Gai, Vizepräsident des Südsudan


Nach Angaben mehrerer Uno-Organisationen und der Regierung droht dem Südsudan eine erneute Hungersnot.

Sollte die humanitäre Hilfe nicht aufrecht erhalten werden, ist laut einer aktuellen Prognose für 155.000 Menschen im Juli eine Hungernot zu erwarten. Weitere sechs und sieben Millionen Menschen sind akut von Hunger bedroht.

Bereits im Januar konnten demnach 5,3 Millionen Menschen in dem ostafrikanischen Land nicht mehr täglich ausreichend essen. Im vergangenen Jahr hatte der Südsudan bereits im Februar offiziell eine Hungersnot in einigen Regionen ausrufen müssen. Nach schneller Einsatzhilfe konnte der Status im Juni aufgehoben werden.

Eine Hungersnot ist die schlimmste Form einer Hungerkrise. Für das Ausrufen gelten bestimmte Kriterien: Sie wird erst ausgerufen, wenn in einem Gebiet 30 Prozent der Bevölkerung akut unterernährt sind und täglich Menschen wegen zu wenig Nahrung sterben.

"Situation sei extrem instabil"

Seit 2011 ist der Süden Sudans unabhängig - und damit das jüngste Land der Erde. Im Jahr 2013 brach ein blutiger Bürgerkrieg zwischen den Anhängern von Präsident Salva Kiir und seines früheren Stellvertreters Riek Machar aus. Zehntausende sind bislang getötet worden, zwölf Millionen Menschen mussten ihr Zuhause verlassen.

Auch Kindersoldaten werden in dem Krieg eingesetzt. Während das Volk leidet, belegte im Herbst 2016 ein Report privater Rechercheure, dass sich Regierungschef Kiir und sein Vize Riek Machar und ihre Familien hemmungslos am Krieg bereichern.

"Die Situation ist extrem instabil und wir stehen kurz vor einer weiteren Hungersnot", sagte Serge Tissot, Leiter der Uno-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation im Südsudan. Sie erwarteten "das härteste Jahr in der Geschichte des Landes", sagte Uno-Nothilfekoordinator Alain Noudehou in der Hauptstadt Juba.

höh/dpa/AP/Reuters

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