Südsudan Mädchen sollen von Soldaten lebendig verbrannt worden sein

Die Vorwürfe klingen unvorstellbar: Soldaten sollen Frauen und Mädchen im Südsudan entführt, vergewaltigt und lebendig verbrannt haben. Entsprechende Augenzeugenberichte führt die Uno-Friedensmission in ihrem Bericht auf.

Soldaten im Südsudan: Überlebende berichten von unvorstellbarem Leid
AFP

Soldaten im Südsudan: Überlebende berichten von unvorstellbarem Leid


Das Bürgerkriegsland Südsudan versinkt seit Ende 2013 im Chaos. In einem Bericht der Uno-Friedensmission Unmiss werden die grausamen Details des Chaos aufgeführt. Demnach haben Soldaten zahlreiche Frauen und Mädchen entführt, mehrfach vergewaltigt und einige von ihnen anschließend lebendig verbrannt. Der Bericht stützt sich auf 115 Berichte von Überlebenden und Augenzeugen.

"Das Ausmaß der Grausamkeit zeigt, wie tief der Hass sitzt, der über politische Differenzen weit hinausgeht", heißt es in dem Unmiss-Bericht, der am Dienstag veröffentlicht wurde. Die jüngsten Taten seien im ölreichen Bundesstaat Unity verübt worden, als die Kämpfe im April und Mai erneut eskalierten.

Verantwortlich seien vor allem Soldaten der Sudan People's Liberation Army (SPLA) und Mitglieder anderer bewaffneter Gruppen, die mit der Armee verbündet sind, berichtet Unmiss. Die Organisation habe versucht, die Krisenregionen zu erkunden. Den Mitarbeitern sei jedoch der Zutritt durch die SPLA-Soldaten verwehrt worden.

Im Südsudan war im Dezember 2013 der Machtkampf zwischen Präsident Salva Kiir und seinem langjährigen Rivalen und früheren Stellvertreter Riek Machar eskaliert. Seitdem ist der junge, schwach entwickelte Staat in einer Spirale der Gewalt versunken.

Verschärft wurde der Konflikt dadurch, dass die Politiker unterschiedlichen Volksgruppen angehören. Schätzungen zufolge wurden Zehntausende Menschen getötet, zwei Drittel der zwölf Millionen Einwohner sind nach Uno-Angaben auf Hilfe angewiesen, 4,5 Millionen leiden unter extremem Hunger. Zwei Millionen Menschen sollen bereits geflohen sein. Mehr über globale Flüchtlingsbewegungen, ihre Gründe und Auswirkungen, lesen Sie hier.

Das Außenministerium des Südsudan habe den Bericht nicht kommentiert, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Auch ein Sprecher der SPLA-Einheiten habe sich nicht geäußert.

Bereits vor zwei Wochen berichteten Militärbeobachter, dass Rebellen durch die Dörfer gezogen und bis zu tausend Kinder und Jugendliche entführt haben sollen. Der Bericht stammte von der Entwicklungseinrichtung des ostafrikanischen Staatenbunds (Igad).

Kämpfer der Schilluk-Miliz gingen demnach in den Orten Kodok und Wau Schilluk im Nordosten des Landes von Tür zu Tür. Sie griffen sich wahllos Kinder und Jugendliche im Alter von 13 bis 17 Jahren und verschleppten sie in ein militärisches Ausbildungslager. Die Vereinten Nationen hatten die Zahl der Kindersoldaten im Südsudan zuvor auf mindestens 13.000 geschätzt.

Bericht des Uno-Flüchtlingshilfswerks

vek/dpa/Reuters

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pebcac 01.07.2015
1. Doppelte Standards
Spricht SPON auch von unvorstellbaren Vorwürfen wenn ähnliches mit Jungen geschieht? "Im Februar 2014 wurden 59 Jungen einer Internatsschule von Boko Haram-Terroristen erschossen oder bei lebendigem Leib verbrannt. Die Mädchen der Schule ließen die Terroristen frei." http://manndat.de/gewalt-gegen-maenner/kinder-ohne-gesichter.html
misteronionhead 01.07.2015
2. Krass...
Heftig echt heftig... manchmal frage ich mich in welchem Jahrhundert wir eigentlich Leben...Leute werden geköpft und Kinder werden verbrannt und vergewaltigt. Und dann wundern wir Deutschen und warum es so viele Flüchtlinge gibt
steffen.ganzmann 01.07.2015
3. Mir reichte das Video, ...
... das die Verbrennung des jordanischen Piloten in einem Stahlkäfig durch diese ISIS völlig gereicht. Das hier will ich mir nicht mal vorstellen und ich bin berufsmässig wirklich so allerlei Grausames gewöhnt ...
lupidus 01.07.2015
4.
Zitat von pebcacSpricht SPON auch von unvorstellbaren Vorwürfen wenn ähnliches mit Jungen geschieht? "Im Februar 2014 wurden 59 Jungen einer Internatsschule von Boko Haram-Terroristen erschossen oder bei lebendigem Leib verbrannt. Die Mädchen der Schule ließen die Terroristen frei." http://manndat.de/gewalt-gegen-maenner/kinder-ohne-gesichter.html
wie sagten die grünen nochmal zu der frauenbeauftragten, die sich gegen gewalt gegen mädchen UND jungen engagieren wollte ? "das ist nicht in unserem interesse". die jungs waren eben nicht so "schützenswert". gibt es in den medien eigentlich sowas wie eine frauenbeauftrage bez. der veröffentlichten meldungen ? sowas wie ein feministisches politbüro ? für forenbeträge bestimmt....
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