Südsudan Mehr als 150.000 Flüchtlinge in Uno-Lagern

Im Südsudan sind so viele Menschen auf Hilfe angewiesen wie noch nie: Die Zahl der Flüchtlinge in den Uno-Stützpunkten hat erstmals 150.000 überschritten.

Flüchtlingscamp in Juba: 32 Tote nach Cholera-Epidemie
DPA

Flüchtlingscamp in Juba: 32 Tote nach Cholera-Epidemie


In sechs Camps bieten die Vereinten Nationen den Menschen im Südsudan Schutz vor dem Bürgerkrieg. Insgesamt 153.769 Zivilisten haben laut Uno inzwischen dort Zuflucht gefunden - so viele wie noch nie. Einige von ihnen leben bereits seit Beginn der Kämpfe im Dezember 2013 in den Lagern.

Zuletzt hatten sich die Gefechte in dem afrikanischen Land verschärft - alleine in der vergangenen Woche seien den Angaben zufolge rund 10.000 Flüchtlinge in die Camps der Mission Unmiss gekommen.

In den beiden Unmiss-Lagern in der Hauptstadt Juba leben rund 28.000 Flüchtlinge. Vor einem Monat war dort eine Cholera-Epidemie ausgebrochen, an der 32 Menschen starben.

2013 war im Südsudan der Machtkampf zwischen Präsident Salva Kiir und seinem langjährigen Rivalen und früheren Stellvertreter Riek Machar eskaliert. Seitdem versinkt der junge, schwach entwickelte Staat in einer Gewaltspirale. Die Politiker gehören unterschiedlichen Volksgruppen an - das verschärft den Konflikt noch.

Schätzungen zufolge wurden bisher Zehntausende Menschen im Bürgerkrieg getötet. Rund die Hälfte der zwölf Millionen Einwohner sind nach Uno-Angaben auf Hilfe zum Überleben angewiesen.

Bericht des Uno-Flüchtlingshilfswerks

kry/AFP

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gandhiforever 07.07.2015
1. Als der Sued-Sudan
endlcih vom norden loskam, war ich nicht nur froh, sondern voller Hoffnung, denn der arabisch/moslemisch dominierte Norden behandelte den Sueden wie eine Kolonie. Mittlerweile ist aber bei mir Ernuechterung eingekehrt, weil das morden mit der Unabhaengigkeit kein ende gefunden hat. Statt dessen kaempfen nun Suedsudanesen gegen Suedsudanesen. Und wer ist mittendrin? Dreimal duerfen sie raten. Da moechte jemand Oel . Und weil dem so ist, werden Waffen geliefert. Das erinnert mich an Biafra, damals, vor rund 45 Jahren. http://972mag.com/the-untold-story-of-israeli-military-exports-to-south-sudan/107137/
Rainer Helmbrecht 07.07.2015
2.
Zitat von gandhiforeverendlcih vom norden loskam, war ich nicht nur froh, sondern voller Hoffnung, denn der arabisch/moslemisch dominierte Norden behandelte den Sueden wie eine Kolonie. Mittlerweile ist aber bei mir Ernuechterung eingekehrt, weil das morden mit der Unabhaengigkeit kein ende gefunden hat. Statt dessen kaempfen nun Suedsudanesen gegen Suedsudanesen. Und wer ist mittendrin? Dreimal duerfen sie raten. Da moechte jemand Oel . Und weil dem so ist, werden Waffen geliefert. Das erinnert mich an Biafra, damals, vor rund 45 Jahren. http://972mag.com/the-untold-story-of-israeli-military-exports-to-south-sudan/107137/
Politik heißt: der Feind meines Feindes ist mein Freund. Aus dieser Idee kann sich nichts entwickeln. Wer zusätzlich in so ein Klima Waffen liefert, braucht sich nicht zu wundern, wenn ihm der "Laden" um die Ohren fliegt. Ich denke, eines Tages, werden das sogar die Amis kapieren. MfG. Rainer
darthmax 07.07.2015
3. Failed stae
In solchen Ländern kann eigentlich nur die UNO die Regierung übernehmen, das heisst alle Menschen dort entwaffnen, insbesondere die Militärs und eine Verwaltung aufbauen. Dann kann man nach 10 Jahren mal Wahlen stattfinden lassen. Andere Lösung ist wie im Balkan: man zerteilt das Land in 5 Kleine die man dann den Griechen, den Kosovaren etc zur regierungsbildung überlässt
jamguy 08.07.2015
4.
Zitat von Rainer HelmbrechtPolitik heißt: der Feind meines Feindes ist mein Freund. Aus dieser Idee kann sich nichts entwickeln. Wer zusätzlich in so ein Klima Waffen liefert, braucht sich nicht zu wundern, wenn ihm der "Laden" um die Ohren fliegt. Ich denke, eines Tages, werden das sogar die Amis kapieren. MfG. Rainer
Die Blauhelmmissionen müssen der Weltsituation entsprechend reformiert werden und das heisst Kampfeinsätze für sicher Korridore und tatsächlichem Schutz dieser. Da hab ich zb. in der Vergangenheit zu kritisieren das Genozide stattgefunden haben da es kein Mandat gab?
Leserkwelle 08.07.2015
5. Das Problem des Südsudan
liegt einzig und allein im wahnwitzigen Machtkampf zwischen Präsident Salva Kiir und seinem ehemaligen Stellvertreter Riek Machar. Es geht um Macht, Rohstoffe, Geld - nicht um den Auifbau eines hoffnungsvollen neuen Staates, der aus eigener Kraft lebensfähig wäre. Rücksichtslos wurden die jeweiligen Ethnien gegeneinander aufgehetzt, die sich gegenseitig massakrieren und die sich gerade entstehende Infrastruktur zerstören. Hier entsteht ein weiterer failed state, bevor es überhaupt zur nation building dieses von der "internationalen Gemeinschaft" hochgepuschten Kunstgebildes gekommen ist. Während ein völlig sinnloser Bürgerkrieg tobte, weilten die Warlords wohlversorgt von westlichen Sponsoren wochenlang in Luxushotels in Addis Abeba, um immer wieder mit neuen Friedensvereinbarungen, die das Papier nicht Wert waren, auseinanderzugehen. Eine Ächtung der verantwortlichen "Führer" inkl. Einreiseverboten in westliche Länder, Sperrung und Konfiszierung der Privatkonten, Einziehung aller Vermögenswerte sind die einzigen Mittel, um diesem Treiben ein Ende zu setzen - von Waffenlieferungen ganz zu schweigen. Statt dessen wird wieder lauthals nach Hilfsgeldern geschrieen, die natürlich wieder zuim grössten Teil in dunklen Kanälen versickern werden, der Hauptgrund, weshalb Afrika als Ganzes nicht floriert. Afrika hat keine dümmeren Einwohner als andere Kontinente, das menschliche Potential ist vorhanden, der Kontinent ist reich an Ressourcen, nur der Mehrwert kommt nicht bei den Massen an! Die "Eliten" interessieren sich nicht dafür! Es ist immer wieder dasselbe Drama - eigentlich zum Verzweifeln! Geld allein ist nicht die Rezeptur!
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