Südsudan Rebellen lassen 250 Kindersoldaten frei

Im Südsudan haben zwei Rebellengruppen 250 Kindersoldaten in die Freiheit entlassen. Nachdem sie teils für Jahre kämpfen oder als Sklaven arbeiten mussten, sollen sie nun zu ihren Familien zurückkehren.

World Vision

Rebellengruppen im Bürgerkriegsland Südsudan haben die erste Gruppe einer größeren Zahl von Kindersoldaten freigelassen.

Die Hilfsorganisation World Vision, die sich der freigelassen Jugendlichen vor Ort annimmt, berichtet von 249 freigelassenen Jungen und Mädchen. Sie sollen zwischen 12 und 17 Jahre alt sein. Laut Uno-Mission im Südsudan (Unmiss) sollen es sogar fast 300 Kinder und Jugendliche sein.

Übergeben wurden die Jugendlichen von zwei bewaffneten Gruppen in Yambio im Südwesten des Landes. Insgesamt sollen demnach in den kommenden Wochen rund 700 Kindersoldaten freikommen.

In dem Bürgerkrieg in dem ostafrikanischen Land setzen seit 2013 Rebellengruppen sowie Regierungskräfte Kinder ein. Viele müssen kämpfen, etliche werden aber auch etwa als Köche, Spione oder Boten eingesetzt oder als Sexsklavinnen missbraucht.

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Kindersoldaten im Südsudan: Endlich frei

Dem Uno-Kinderhilfswerk Unicef zufolge gehören derzeit im Südsudan etwa 19.000 Kinder bewaffneten Gruppen an. Immer wieder kommt es zu Einigungen zwischen Rebellen und der Regierung mithilfe der Zivilgesellschaft, um Kindersoldaten zu befreien.

2017 wurde das Land von einer Hungersnot heimgesucht. Die Uno nannten sie "von Menschen gemacht", weil der Konflikt die Versorgung für Helfer in vielen Landesteilen unmöglich machte.

In den vergangenen vier Jahren sind in dem Land Zehntausende ums Leben gekommen, zwölf Millionen Menschen mussten als Flüchtlinge oder Binnenvertriebene ihr Zuhause verlassen. Während das Volk leidet, belegte im Herbst 2016 ein Report privater Rechercheure, dass sich Regierungschef Kiir und sein Vize Riek Machar und ihre Familien hemmungslos am Krieg bereichern.

World Vision will die Freigelassenen zu ihren Familien zurückbringen oder Pflegefamilien für sie suchen. Zudem werden sie psychologisch betreut und sollen eine eine Schul- oder Berufsausbildung erhalten. "Uns ist es wichtig, dass die Kinder eine Perspektive für die Zukunft haben, ein eigenes Einkommen erzielen können und somit nicht gezwungen sind, wieder als Soldaten zu arbeiten", sagte Mesfin Loha, Leiter von World Vision im Südsudan.

cht/dpa

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