Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Südsudan: Regierung offenbar zur Waffenruhe bereit

Der Südsudan steht am Rande eines Bürgerkriegs. Deshalb sind die afrikanischen Nachbarn verstärkt um ein Ende der Kämpfe bemüht. Den Verhandlern zufolge hat sich die südsudanesische Regierung jetzt zu einem Waffenstillstand bereit erklärt.

Kiir (l.) und sein kenianischer Amtskollege Kenyatta: Verhandlungen in Nairobi Zur Großansicht
AFP

Kiir (l.) und sein kenianischer Amtskollege Kenyatta: Verhandlungen in Nairobi

Nairobi - Knapp zwei Wochen nach Beginn der Kämpfe im Südsudan, gibt es erstmals Hoffnung auf ein Ende des Konflikts. Die Regierung ist nach Angaben der Nachbarländer zu einem Waffenstillstand bereit. Bei einem Treffen in der kenianischen Hauptstadt Nairobi wurde am Freitag die Ankündigung der südsudanesischen Regierung "begrüßt", "unverzüglich die Gewalt zu beenden", wie der äthiopische Außenminister Tedros Adhanom in Nairobi sagte. Die Teilnehmer forderten die Rebellen auf, ebenfalls eine entsprechende Ankündigung zu machen.

Seit dem Beginn der Kämpfe zwischen den Anhängern von Präsident Salva Kiir und denen des ehemaligen Vizepräsidenten Riek Machar am 15. Dezember wurden nach Schätzungen der Vereinten Nationen bereits Tausende Menschen getötet.

Mehr als 120.000 Flüchtlinge

Das Leid der Zivilbevölkerung ist kaum zu ermessen. Die Uno-Hochkommissarin für Menschenrechte, Navi Pillay, berichtete von Verbrechen gegen die Menschlichkeit: "In den letzten Tagen sind massenweise außergerichtliche Tötungen und Angriffe auf Menschen allein wegen ihrer ethnischen Zugehörigkeit dokumentiert worden." Laut Uno sind zudem fast 122.000 Menschen vor der Gewalt geflohen.

In Nairobi versuchten Vertreter ostafrikanischer Nachbarländer am Freitag, einen Friedensplan auszuarbeiten. Am Donnerstag hatten sich Äthiopiens Regierungschef Hailemariam Desalegn und der kenianische Präsident Uhuru Kenyatta mit Kiir getroffen.

Kiir und sein im Juli entlassener Stellvertreter Machar gehören verfeindeten Volksgruppen an: Kiir gehört der größten an, den Dinka. Diese dominieren die Regierungspartei und die frühere Rebellentruppe SPLM (Sudanesische Volksbefreiungsbewegung). Sein Rivale Machar ist dagegen ein Lou-Nuer. Es wird befürchtet, dass sich die Kämpfe zu einem Bürgerkrieg ausweiten.

Der Südsudan war erst 2011 nach einem jahrzehntelangen Bürgerkrieg vom Sudan unabhängig geworden. Trotz reicher Ölvorkommen leben die meisten Menschen in extremer Armut. Viele Länder haben ihre Bürger inzwischen aus dem Land ausgeflogen, darunter auch Deutschland.

ler/AFP/dpa

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
zum Forum...
Sagen Sie Ihre Meinung!

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Fläche: 644.329 km²

Bevölkerung: 11,384 Mio.

Hauptstadt: Juba

Staats- und Regierungschef: Salva Kiir (seit August 2005)

Mehr auf der Themenseite | Wikipedia



Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: