Südsudan Regierung und Rebellen unterzeichnen Friedensabkommen

Zehntausende Menschen sind bei Kämpfen im Südsudan ums Leben gekommen. Nun haben Rebellen und Regierung einen Friedensvertrag unterzeichnet. Er beinhaltet die Teilung der Macht zwischen beiden Parteien.

Der Anführer der südsudanischen Rebellen Riek Machar und Südsudans Präsident Salva Kiir
AFP

Der Anführer der südsudanischen Rebellen Riek Machar und Südsudans Präsident Salva Kiir


Regierung und Rebellen im Südsudan haben ein Friedensabkommen geschlossen. Es beinhalte auch eine Vereinbarung zur Teilung der Macht, sagte der Außenminister des Sudans, Al-Dirdiri Mohamed, im sudanesischen Staatsfernsehen. Das Abkommen soll den Bürgerkrieg im Land endgültig beenden. Bereits im Juni hatten sich die Konfliktparteien nach einem jahrelangen Bürgerkrieg auf eine Waffenruhe verständigt.

Der Krieg im Südsudan war 2013 ausgebrochen, zwei Jahre nachdem der Staat vom Sudan unabhängig wurde. Auslöser war ein Streit zwischen Präsident Salva Kiir und seinem ehemaligen Vize Riek Machar, der die Rebellen anführt. Zehntausende Menschen wurden durch die Kämpfe getötet, vier Millionen - etwa ein Drittel der Bevölkerung - verließen das Land. Ein bereits 2015 geschlossenes Friedensabkommen hielt nur kurze Zeit.

Die Übereinkunft kläre noch offene Fragen, und umfasse ein Bekenntnis aller Parteien zum Waffenstillstand, sagte Außenminister Mohamed. Der Sudan hatte in den Friedensverhandlungen vermittelt. Präsident Salva Kiir und sein Rivale Riek Machar sind zur Unterzeichnung in das Nachbarland gereist.

Fotostrecke

7  Bilder
Südsudan: Es fehlt an allem

Mit Inkrafttreten der endgültigen Vereinbarung haben die Konfliktparteien drei Monate Zeit zur Bildung einer Übergangsregierung. Diese soll dann für 36 Monate im Amt bleiben.

Im vorläufigen Plan wurde unter anderem festgelegt, dass die Übergangsregierung aus 35 Ministern bestehen soll, Kiir darf 20 und Machar neun Posten besetzen. Die übrigen Ämter sind für andere Gruppen bestimmt. Machar tritt als Vizepräsident an die Seite von Kiir.

Für 2018 rechnet die Uno mit 1,1 Millionen akut Mangelernährten in dem Land. Wegen Gewalt und Vertreibung ist die Landwirtschaft in weiten Teilen des Landes zum Erliegen gekommen. Knapp fünf Millionen Menschen sind auf Lebensmittelhilfe angewiesen.

ans/Reuters/AFP/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.