Südsudan Rebellenchef Machar bereitet Rückkehr in Hauptstadt vor

Ist es ein Schritt in Richtung Frieden für das Bürgerkriegsland Südsudan? Rebellenführer Riek Machar teilt mit, er werde nach Juba zurückkehren. Dort soll er sich die Macht mit Staatschef Salva Kiir teilen.

Riek Machar (2016)
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Riek Machar (2016)


2016 entkam der südsudanesische Rebellenführer Riek Machar den Häschern des Präsidenten knapp über die Grenze vom Südsudan in den Kongo. Nun kehrt er offenbar im Rahmen eines Friedensabkommens in die Hauptstadt Juba zurück.

Wie Machars Büro mitteilt, ist für Mittwoch eine gemeinsame Friedensfeier von Machar und Staatschef Salva Kiir in Juba geben. Eine Angabe, welche die Regierung Kiirs bislang jedoch nicht bestätigte.

Gelingt die Rückkehr, würde Machar dann zum insgesamt dritten Mal in sieben Jahren Vize-Präsident und damit Stellvertreter Kiirs. Ihre Anhänger bekriegen sich jedoch siet Jahren immer wieder. Die angekündigte Versöhnung wäre ein wichtiger Schritt nach der Unterzeichnung eines Friedensabkommens zwischen den Kontrahenten im August.

Salva Kiir und Riek Machar
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Salva Kiir und Riek Machar

Im Südsudan tobt seit Ende 2013 fast pausenlos ein Bürgerkrieg, der einer aktuellen Schätzung zufolge bislang knapp 400.000 Todesopfer forderte. Dem Konflikt liegt ein Machtkampf zwischen den Volksgruppen der Dinka und der Nuer zugrunde, die Gewalt ist oft ethnisch motiviert und geht gleichermaßen von Rebellen und Regierungssoldaten aus.

Das Uno-Menschenrechtsbüro warf in einem Bericht von Anfang Juli vor allem der Nationalarmee Kiirs Gräueltaten vor, auch Frauen und Kinder würden "vorsätzlich, skrupellos und brutal" attackiert und getötet.

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Südsudan: Es fehlt an allem

Der Südsudan ist das jüngste Land der Welt, 2011 erklärte es sich durch ein Referendum vom Sudan unabhängig. Damit endete ein Jahrzehnte dauernder Bürgerkrieg zwischen Sudans Machthaber Umar al-Bashir und Rebellengruppen aus dem Süden, zu deren Führern auch Machar und Kiir gehörten.

Kurz nach der Staatsgründung formten die früheren Warlords als Präsident und Vize die erste Regierung. Doch Ende 2013 brachen zwischen ihren Anhängern Kämpfe aus, die dann in den ethnisch motivierten Bürgerkrieg mündeten.

Wenige Jahre nach Staatsgründung entstand so eine der weltweit größten humanitären Krisen. 2,5 Millionen Menschen sind außer Landes geflohen. Eine Millionen Menschen nahm allein der südliche Nachbar Uganda auf. Weitere zwei Millionen leben als Binnenvertriebene im Südsudan.

cht/Reuters/AP

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