Suezkanal: Ägypten lässt iranische Kriegsschiffe passieren

Zwei Schiffe der iranischen Marine dürfen auf dem Weg ins Mittelmeer nun doch den Suezkanal durchfahren. Die Regierung Ägyptens genehmigte die Passage. Zuvor hatte es heftige Proteste aus Israel gegeben.

Iranische Fregatte "Alvand": Durchfahrt genehmigt Zur Großansicht
AFP

Iranische Fregatte "Alvand": Durchfahrt genehmigt

Kairo/Suez - Ägypten hat am Freitag zwei iranischen Kriegsschiffen die Durchfahrt durch den Suezkanal ins Mittelmeer genehmigt. Das teilte das Verteidigungsministerium in Kairo mit. Iran versicherte, die beiden Schiffe seien unbewaffnet.

Am Donnerstag hatte Ägypten Berichte dementiert, denen zufolge die Schiffe schon den Kanal vom Roten Meer zum Mittelmeer passieren würden. Zudem hatte es widersprüchliche Meldungen über die Erlaubnis aus Kairo gegeben.

Laut Suezkanal-Verwaltung erhalten alle Handelsschiffe eine Passageerlaubnis, solang sich Ägypten nicht im Kriegszustand befindet. Für die Durchfahrt aller Militärschiffe sei aber eine Erlaubnis der Außenministeriums nötig. Diese würde in der Regel erteilt - oft auch sehr kurzfristig erteilt.

Der Völkerrechtler James Kraska vom US Naval War College sagte, solange die Iraner keine aggressiven Operationen in dem Gebiet ausführten, hätten sie wie jedes andere Land das Recht, den Kanal zu nutzen.

Israel wirft der iranischen Regierung vor, sie wolle mit der Entsendung der Schiffe ins Mittelmeer provozieren. Die israelische Armee wollte sich am Donnerstag nicht zu möglichen Schritten äußern.

Die halbamtliche iranische Nachrichtenagentur Fars hatte Ende Januar gemeldet, Marinekadetten hätten eine einjährige Ausbildung begonnen, im Zuge derer sie über den Golf von Aden ins Rote Meer und durch den Suezkanal ins Mittelmeer schippern würden.

Stationierung der Schiffe in Syrien geplant?

In Israel geht man davon aus, dass die Fregatte "Alvand" und das Versorgungsschiff "Kharq" für ein Jahr in einem syrischen Hafen stationiert werden sollen. Warum die iranischen Schiffe Übungen im Mittelmeer abhalten sollen, war zunächst nicht klar. Sie kämen damit jedoch dem Erzfeind Israel näher sowie dem verbündeten Syrien und dem Libanon, wo die pro-iranische Hisbollah großen Einfluss hat.

Der israelische Außenminister Avigdor Lieberman warf der internationalen Gemeinschaft vor, nicht bereit zu sein, mit den Provokationen Teherans umzugehen. Iran habe seit der islamischen Revolution 1979 keine Kriegsschiffe mehr durch den Kanal entsandt, meldete die Zeitung "Jedioth Ahronoth".

jok/dpa-AFX/Reuters

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