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Trump und die Republikaner: US-Kommentatoren fürchten "feindliche Übernahme"

US-Vorwahlen: Der Super Tuesday in Bildern Fotos
AP

Der Triumph von Donald Trump erschüttert die Republikaner. Selbst schuld, meinen viele US-Kommentatoren: Die Partei habe die Tiraden des Milliardärs zu lange geduldet - jetzt drohe ein "heiliger Krieg".

Zurückhaltung? Das ist nicht die Sache von Donald Trump, und so zeigen sich auch die US-Kommentatoren nach seinem Erfolg beim Super Tuesday nicht gnädig.

Vor allem liberale Medien warnen vor Trump, diesem "dubiosen, bombastischen Lügner" ("New York Times") und "ideologisch unqualifizierten und oft verstörenden Demagogen" ("LA Times"), dessen "Weltsicht nicht über Narzissmus" hinausgehe ("Boston Globe") und dessen Wahlkampagne eine "giftige Mischung aus Bombast, Demagogie und Einschüchterungsversuchen" ("Miami Herald") sei.

Nach der Wahl in zwölf Bundesstaaten siegte neben Trump bei den Republikanern seine Konkurrentin Hillary Clinton bei den Demokraten. Die anderen Kandidaten waren längst nicht so erfolgreich:

  • Trump gewann in Alabama, Arkansas, Georgia, Massachusetts, Tennessee, Virginia und Vermont.
  • Clinton siegt in Alabama, Georgia, Arkansas, Tennessee, Texas, Virginia, Massachusetts, und Amerikanisch Samoa.
  • Bernie Sanders holt Vermont, Colorado, Minnesota und Oklahoma.
  • Ted Cruz siegt in Texas, Oklahoma und Alaska.
  • Marco Rubio gewinnt in Minnesota.

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Die Chefs der Republikanischen Partei, so sehen es viele US-Medien, sind von dem Erfolg Trumps überrumpelt worden. Der Geschäftsmann habe eine "feindliche Übernahme der Republikanischen Partei" eingeleitet, so überschreiben viele Zeitungen ihre Kommentare. Der Milliardär aus Manhattan habe "jeden im Establishment beleidigt und beschimpft, der ihm zu nahe gekommen ist und gleichzeitig bewiesen, dass er kaum zu stoppen ist", urteilt die "Washington Post". Die "New York Times" meint: Trump habe die Partei zu einem "Symbol von Intoleranz und Spaltung" gemacht.

Kommentar der "New York Times" zum Super Tuesday Zur Großansicht

Kommentar der "New York Times" zum Super Tuesday

Die Führung der Republikaner wird von einigen US-Medien daher scharf kritisiert: Sie habe die Lage völlig falsch eingeschätzt. "Jetzt reagieren die unglückseligen Chefs der Partei panisch, sie schnappen nach Luft und fragen sich, wie das passieren konnte", spottet der "Miami Herald". Ein weiteres Problem: Die Wähler hätten keine Vorstellung davon, was Trump machen würde, wenn er tatsächlich Präsident werde.

Der "Miami Herald" sieht Trump kritisch Zur Großansicht

Der "Miami Herald" sieht Trump kritisch

Wie sollte die Republikanische Partei jetzt reagieren? Der "Boston Globe" glaubt, die politische Führung, die sich jahrelang weggeduckt habe, stehe jetzt vor der entscheidenden Frage: "Schließen sie sich zusammen und versuchen gemeinsam, ihn zu stoppen - oder wird jeder für sich hektisch versuchen, ihm nicht in die Quere zu kommen?"

Der konservative Fernsehkanal Fox News sieht Trump dagegen als guten Kandidaten für die Republikaner, er müsse aber stärker um seine Partei werben. "Trump ist der ultimative Geschäftsmann und er muss diesen Leuten seine Kandidatur gut verkaufen, und sie davon überzeugen, dass sie es gemeinsam schaffen werden." Und wenn nicht? "Dann wird ein heiliger Krieg ausbrechen, der die Republikanische Partei in ihrer jetzigen Form zerstören wird. Und noch schlimmer, Hillary Clinton könnte Präsidentin werden."

Screenshot von Fox News Zur Großansicht

Screenshot von Fox News

Hillary Clinton als Präsidentin - für die "New York Times" dagegen ein Wunschszenario: "Die Demokraten sollten ihre Chance nutzen, den Amerikanern eine Alternative zu Trumps Politik der Wut aufzuzeigen und ein Bild von sich in der Öffentlichkeit präsentieren, auf das sie stolz sein können."

Warum, fragt die "Washington Post", habe Bernie Sanders gegen Hillary Clinton keine Chance gehabt? Das Fazit der Zeitung: Die Demokraten seien einfach zu zufrieden. Es gelte zwar als Allgemeinplatz, dass die Wähler wütend seien. Aber wer sich die Umfragen genau ansehe, komme zu dem Schluss, dass nur ein Drittel der Demokraten glaube, das Land entwickele sich in die falsche Richtung: "Obama ist nicht nur beliebt bei schwarzen Demokraten. Er ist beliebt bei allen Demokraten - und Zufriedenheit ist eine schwache Basis für eine Revolution."

Analyse der "Washington Post" Zur Großansicht

Analyse der "Washington Post"

Ergebnisse der US-Vorwahlen
US-Vorwahlen

kgp

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insgesamt 213 Beiträge
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1. Manche nennen
leasch 02.03.2016
es feindliche Übernahme - andere Demokratie.
2. Trump als Sieger bei den Vorwahlen
bk69 02.03.2016
... bedeutet ja erst einmal gar nichts. Sie zeigen lediglich auf, dass man mit der aktuellen Politik unzufrieden ist - und darauf muss man reagieren. Letztendlich kann sich Clinton keinen besseren Gegenkandidaten wünschen. Sie hat alle Chancen Präsidentin zu werden, da viele Republikaner sicherlich nicht bereit sind, bis zum Äußeren zu gehen.
3. Frage
japan10 02.03.2016
Was soll noch schlimmer werden, als bei den letzten Präsidenten? Die Politik wurde doch schon in den 90er geschrieben. Was kostet es eigentlich Präsident in den USA zu werden?
4. Trump mag seine
saiber 02.03.2016
Donald Trump hat vor einigen Wochen doch gesagt, woran sein Erfolg bei den Wahlen liegt. Er mag die "ungebildeten" Amerikaner. Das ist der Grund warum Amerika, den Praesidenten oder die Republikaner (denn soweit ist es noch nicht) den Kanditaten bekommen, den sie verdient haben.
5. Es ist immer wieder erschreckend
fredadrett 02.03.2016
wie gering der Respekt von Wählerstimmen ist. Trump wurde von einer Mehrheit gewählt. Er hat sich im politischen Wettbewerb am besten geschlagen. Und in den Medien, besonders SPON, wird aktiv Stimmung dagegen gemacht. Warum, wo ist hier der Journalismus? Sachliche Darstellung des Geschehens in der Welt ist die Aufgabe der Medien. Der Leser bekommt allerdings ständig vorgefertigte Meinungen aus dem Journalismus Wunderland, meist ohne jegliche Realitätsnähe.
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Staats- und Regierungschef: Barack Obama

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