Super Tuesday Obama und Clinton liefern sich Kopf-an-Kopf-Rennen

Das Rennen zwischen den demokratischen Präsidentschaftsbewerbern Barack Obama und Hillary Clinton wird neuen Umfragen zufolge immer spannender. Zwei Tage vor dem Super Tuesday hat der Senator seine Konkurrentin in vielen Bundesstaaten eingeholt - und in Kalifornien überholt.


Washington - Nach einer Umfrage von Reuters/C-Span/Zogby führt Obama in Kalifornien knapp vor Clinton und liegt in New Jersey und Missouri praktisch gleichauf mit seiner Konkurrentin. Man könne fast sicher sein, dass das Rennen zwischen Obama und Clinton zu eng ist, als dass am Dienstag eine Vorentscheidung über den Gesamtsieger bei den Demokraten falle, sagt Meinungsforscher John Zogby.

Einen deutlichen Vorsprung hat Barack Obama auf Clinton demnach in Georgia - er liegt vor allem bei den schwarzen Wählern klar vor seiner Konkurrentin.

Bei den Republikanern liegt der Umfrage zufolge John McCain in New York, New Jersey und Missouri mit einem zweistelligen Vorsprung vor seinem Konkurrenten Mitt Romney. In Kalifornien ist das Rennen zwischen den beiden indes knapp. Dort führt Romney mit 37 Prozent vor McCain, der auf 34 Prozent kommt. Die Fehlerquote der Umfrage liegt bei 2,9 Prozent.

Barack Obama: Vor allem bei den schwarzen Wählern beliebt
AP

Barack Obama: Vor allem bei den schwarzen Wählern beliebt

Bei einer landesweiten Umfrage des Instituts Gallup unter republikanischen Wählern kam Mitt Romney nur auf 24 Prozent, während sich 44 Prozent für McCain aussprachen. Dritter war der ehemalige Baptistenpfarrer Huckabee mit 16 Prozent.

Bei den Demokraten sah die Gallup-Umfrage die New Yorker Senatorin Clinton mit 48 Prozent vor Obama mit 41 Prozent. Damit hat der Senator aus Illinois seinen Rückstand innerhalb einer Woche um acht Prozent verkürzt.

Ähnlich ist das Ergebnis einer "Washington Post"/ABC-Umfrage: In der Befragung sprachen sich 47 Prozent der demokratischen Wähler für Clinton und 43 Prozent für Obama aus.

Unterdessen hat im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner Mitt Romney die letzte Abstimmung vor dem Super Tuesday für sich entschieden.

Romney gewann am Samstag die Wählerversammlung im US-Staat Maine mit 52 Prozent der Stimmen. Das Ergebnis hat aber zunächst nur symbolischen Wert, da die 18 Delegierten für den Nominierungsparteitag der Republikaner erst später bestimmt werden. Die drei anderen Bewerber der Republikaner wurden von Romney deutlich distanziert: Der in der Gesamtwertung führende Senator John McCain kam nach vorläufigen Ergebnissen auf 21 Prozent, Ron Paul auf 19 und Mike Huckabee auf 6 Prozent.

Romney sagte, die Abstimmung in Maine sei ein gutes Vorzeichen für die Abstimmungen am Dienstag, wenn bei den Republikanern Wahlen und Wählerversammlungen in 21 Staaten anstehen.

Die New Yorker Senatorin Clinton hat ihren Konkurrenten Obama während ihres Wahlkampfs in Kalifornien scharf attackiert: In dem größten der 22 Staaten, in denen die Demokraten am Dienstag über ihren Favoriten für die Präsidentschaftskandidatur entscheiden, warf sie Obama vor, dass dieser im Unterschied zu ihr keine allgemeine Gesundheitsversicherung anstrebe.

"Ich glaube, dass ich mich bewährt habe und bin bereit, die Wirtschaft zu retten, die Republikaner zu besiegen und Oberbefehlshaber zu sein", sagte Clinton weiter. Die USA könne es sich nicht leisten, wie bei der Wahl von George W. Bush jemanden zu wählen und hinterher von dessen Entscheidungen überrascht zu sein. "Die beste Art das zu verhindern, ist eine Kandidatin, die uns sagt, was sie tun wird", so die Senatorin aus New York. Obama sei in seinen Ankündigungen hingegen "undeutlich" geblieben.

Obama trat gestern im Staat Idaho auf, wo er versuchte, die Bedenken von zwei einflussreichen Wählergruppen zu zerstreuen: Er versicherte, dass er an Jesus glaube, und erklärte, dass er nicht die Absicht habe, den Bürgern ihre Schusswaffen wegzunehmen.

anr/Reuters/AP



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