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Bürgerkrieg in Syrien: 135 Menschen trotz Waffenruhe getötet

Die Waffenruhe in Syrien ist brüchig - die einzelnen Gruppen werfen sich gegenseitig Verstöße vor. Dabei sollen laut der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte 135 Menschen gestorben sein.

Seit einer Woche gilt die Waffenruhe in einigen Regionen Syriens. Dennoch sind in den betroffenen Gebieten in dieser Zeit Dutzende Menschen ums Leben gekommen. Nach Angaben der in London ansässigen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte wurden in den vergangenen sieben Tagen 135 Menschen getötet. In Gebieten, die nicht unter die Feuerpause fallen, kamen der Organisation zufolge seit dem 27. Februar sogar 552 Menschen ums Leben.

Die Waffenruhe beruht auf einer Vereinbarung zwischen den USA und Russland, die von der syrischen Regierung und rund 100 Rebellengruppen angenommen worden war. Die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) und die al-Qaida-nahe Nusra-Front dürfen demnach aber weiter bekämpft werden. Die Opposition hat mehrfach Verstöße gegen die Waffenruhe beklagt. Auch das russische Verteidigungsministerium und die Kurdenmiliz YPG berichteten Gefechte. Insgesamt aber scheint das Abkommen zu halten.

Bereits am Freitagabend sollen nach Informationen der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte türkische Grenzschützer neun Syrer erschossen haben, als diese illegal die Grenze zur Türkei überqueren wollten. Die Schüsse fielen demnach im Gebiet zwischen der Türkei und der Provinz Idlib im Nordwesten Syriens. Auch syrische Aktivisten berichteten über den Fall und verbreiteten im Internet Bilder, die zwei der Opfer zeigen sollen.

Die Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte lassen sich nicht überprüfen. Die Organisation bezieht ihre Informationen aus einem Netz von Informanten in Syrien. In der Vergangenheit hatten sich die Angaben der Aktivisten als äußerst zuverlässig erwiesen.

Für kommende Woche sind neue Friedensgespräche geplant. Der Uno-Sondergesandte Staffan de Mistura rechnet jetzt mit einem Beginn am Donnerstag, wobei einige Teilnehmer jedoch erst am Freitag oder Montag anreisen würden.

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brk/Reuters

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Fläche: 185.180 km²

Bevölkerung: 22,265 Mio.

Hauptstadt: Damaskus

Staatsoberhaupt:
Baschar al-Assad

Regierungschef: Imad Khamis

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