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Bürgerkrieg in Syrien: 300 Menschen aus Madaja gerettet

Flucht aus Madaja: 300 Menschen durften aus der vom Assad-Regime belagerten Stadt Zur Großansicht
AP/dpa

Flucht aus Madaja: 300 Menschen durften aus der vom Assad-Regime belagerten Stadt

Hoffnung für einige Bewohner Madajas: 300 Hungernde wurden aus der eingekesselten Stadt in Syrien gebracht, berichten Menschenrechtler. Benötigt werden nun Ärzte und ein mobiles Krankenhaus.

Nach der Öffnung des Blockaderings um das westsyrische Madaja haben Rettungskräfte nun mindestens 300 vom Hungertod bedrohte Menschen aus der Stadt gebracht. Wie die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte weiter meldet, gebe es etwa 400 weitere Menschen, die wegen ihres schlechten Zustands sofort behandelt werden müssten.

Die Stadt ist seit Juli von regierungstreuen Truppen umzingelt und abgeriegelt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) fordert, die Stadt brauche dringend ein mobiles Krankenhaus. Außerdem müssten Ärzte in der Stadt von Tür zu Tür gehen, um festzustellen, wie viele Menschen noch aus der Stadt gebracht werden müssen.

Am Montag hatten Rotes Kreuz und Roter Halbmond nach Monaten eine Hilfslieferung mit 330 Tonnen Medikamenten und Lebensmitteln in die Stadt bringen können. Das Ausladen habe vom Abend bis nach Mitternacht gedauert, teilte das Uno-Büro für Nothilfekoordinierung (OCHA) via Twitter mit.

In Madaja sind bis zu 40.000 Menschen seit sechs Monaten von syrischen Regierungstruppen und verbündeten Milizen eingeschlossen. Laut Hilfsorganisationen sind bislang mindestens 28 Menschen verhungert.

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Syrisches Madaja: Eine Stadt hungert
In der Nacht zum Dienstag hatte die Uno-Botschafterin der USA, Samantha Power, gesagt, in der Stadt seien mehr als 400 Menschen "am Rande des Todes". Die Mitarbeiter der Hilfsorganisationen, die an dem Konvoi beteiligt waren, hätten zuvor eine Bestandsaufnahme der Lage in dem Ort und des Zustands der Menschen gemacht.

Der syrische Uno-Botschafter Bashar Jaafari betonte hingegen, es gebe gar keine Hunger leidenden Menschen in Madaja. Diese Berichte seien erfunden. Es gebe aber das Problem, dass Terroristen Hilfslieferungen stehlen würden.

Video zur Hungersnot in Madaja: "Die Menschen essen Gras"

Gleichzeitig zu der Hilfe für Madaja traf eine Lieferung in den von Rebellen belagerten Orten Fua und Kefraja im Nordwesten Syriens ein. Diese Dörfer werden von Regierungstruppen gehalten, auch dort war nach Angaben von Menschenrechtlern ein Mensch infolge der Blockade gestorben. Die Hilfslieferungen in Madaja und den beiden Dörfern gehen auf eine von den Vereinten Nationen vermittelte Abmachung zwischen dem Regime von Baschar al-Assad und Rebellen zurück.

cht/dpa/Reuters

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insgesamt 21 Beiträge
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1. Schweigen aus den U.S.A.
Spiegelleserin57 12.01.2016
sie haben einen Flugzeugträger im Mittelmeer und was tut sich....?? Es wäre im Sinner der internationalen Menschenrechte diese halbverhungerten Menschen außer Landes zu bringen. Es stellt sich immer wieder Frage : es wird über die Halbverhungerten berichtet aber kein Politiker äußert sich...einfach nur peinlich!
2. Warum, ...
emeticart 12.01.2016
... ziehen die angeblichen "Rebellen" nicht einfach ab, wenn sie doch soo gut sind und NUR das Wohl des syrischen Volkes im Sinn haben? Weshalb, erfährt man als Leser nicht, welche "Rebellengruppierung" genau diese Stadt besetzt hält? MfG
3.
delta058 12.01.2016
Wieso werden die 2 Städte in der Nähe nicht erwähnt, die von den Rebellen ausgehungert werden? Übrigens war die UNO noch im Dezember in Madajas und da wusste man noch nichts von einer Hungersnot.
4. Unmöglich
mihama 12.01.2016
Die Eingekesselten können nicht außer Landes gebracht werden, weil die auch irgendwo hin müssen. Wenn sich eh keiner bereit erklärt die aufzunehmen, dann kann man sich das auch sparen.
5. Weil
simonweber1 12.01.2016
Zitat von emeticart... ziehen die angeblichen "Rebellen" nicht einfach ab, wenn sie doch soo gut sind und NUR das Wohl des syrischen Volkes im Sinn haben? Weshalb, erfährt man als Leser nicht, welche "Rebellengruppierung" genau diese Stadt besetzt hält? MfG
solche informationen nicht erwünscht sind und das mühsam aufgebaute Feindbild über Assad zerstören könnten.
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Fläche: 185.180 km²

Bevölkerung: 22,265 Mio.

Hauptstadt: Damaskus

Staatsoberhaupt:
Baschar al-Assad

Regierungschef: Imad Khamis

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