Krieg in Syrien Mindestens 53 Zivilisten bei Luftangriffen getötet

Bei Luftangriffen auf einen Markt in Syrien sind Aktivisten zufolge 53 Menschen gestorben, darunter fünf Kinder. Die Region um den Anschlagsort Atareb gilt eigentlich als Deeskalationszone.

Zerstörter Markt im syrischen Atareb
AFP

Zerstörter Markt im syrischen Atareb


Im Nordwesten Syriens sind am Montag mindestens 53 Menschen getötet worden, darunter fünf Kinder: Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte wurde der Markt in Atareb mindestens dreimal getroffen. Es sei unklar, ob die Angriffe auf den von Rebellen besetzten Ort von syrischen oder russischen Kampfflugzeugen ausgeführt worden seien.

Aktivisten veröffentlichten Videoaufnahmen aus Atareb, die unmittelbar nach den Angriffen entstanden sind. Darin sind mehrere Tote zu sehen, zahlreiche zerstörte Häuser sowie Menschen, die in Panik umherrennen. Der Ort Atareb befindet sich in der Provinz Aleppo - und in einem Gebiet, das eigentlich durch ein Deeskalationsabkommen zwischen den syrischen Verbündeten Russland, Iran und der Türkei geschützt ist.

Die in Großbritannien ansässige Beobachtungsstelle steht den syrischen Regierungsgegnern nahe. Sie stützt sich auf ein Netzwerk von Informanten in Syrien. Ihre Angaben sind von unabhängiger Seite schwer zu überprüfen, haben sich in der Vergangenheit aber häufig als wahr erwiesen.

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Der Syrien-Konflikt ist derzeit Thema zwischen den Präsidenten Russlands und der Türkei: Wladimir Putin hat bei einem Treffen mit Recep Tayyip Erdogan für seine gemeinsame Erklärung mit den USA geworben. Darin gehe es unter anderem darum, die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) endgültig zu besiegen und die syrische Souveränität zu wahren, sagte Putin nach rund vierstündigen Gesprächen mit Erdogan am Montagabend in Sotschi.

Russland und die USA hatten das Papier am Wochenende am Rande des Apec-Gipfels in Vietnam aufgesetzt. Erdogan hatte die Erklärung vor dem Treffen mit Putin kritisiert. Wenn es für Syrien keine militärische Lösung gebe, wie es in dem Papier heiße, dann sollten Russland und die USA auch ihre Truppen von dort abziehen. Nun sagte Erdogan lediglich, die Türkei halte die Erklärung für wichtig.

Video: Putin und Trump für politische Lösung

REUTERS

aar/dpa/AFP

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