Syrien Amnesty kritisiert Vorgehen der Anti-IS-Koalition in Rakka

Im Kampf gegen den IS im syrischen Rakka setzte die Militärallianz unter Führung der USA unpräzise Waffen in dicht bewohnten Stadtteilen ein. Amnesty International spricht von möglichen Kriegsverbrechen.

Rakka (Archiv)
REUTERS

Rakka (Archiv)


"Der Kampf wird heftig": Mit diesen Worten begann vor genau einem Jahr die entscheidende Offensive zur Vertreibung der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) aus ihrer syrischen Hochburg Rakka. Die lokalen Rebellen wurden dabei von der internationalen Anti-IS-Allianz unter der Führung der USA unterstützt. Amnesty International kritisiert das Bündnis nun scharf.

Es gebe Hinweise darauf, dass die USA, Großbritannien und Frankreich bei ihren Luft- und Artillerie-Angriffen zu wenig dafür getan hätten, um möglichst keine Zivilisten zu treffen, heißt es in einem neuen Bericht. Der IS missbrauchte während der Kämpfe viele Zivilisten als menschliche Schutzschilde und ließ sie nicht aus der Stadt fliehen.

Insgesamt starben nach Angaben von Beobachtern mehr als 1000 Zivilisten in der syrischen Stadt. Die Koalition habe wiederholt unpräzise Waffen in dicht bewohnten Stadtteilen eingesetzt, kritisiert Amnesty. Die Angriffe könnten daher als Kriegsverbrechen bewertet werden.

Ein Sprecher der Operation "Inherent Resolve" wies die Vorwürfe gegenüber der Nachrichtenagentur dpa zurück. Es gebe hohe Standards bei der Auswahl der Waffen und Ziele. Die Koalition unternehme hohe Anstrengungen, um Zivilisten zu schützen.

Video: Die Befreiung Rakkas (2017)

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dop/Reuters/AP/dpa



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frankfurtbeat 05.06.2018
1. das ...
das entspricht doch dem allgemeinen Vorgehen der Koalition der Willigen ... wen haben die Millionen Opfer aus den Kriegen in Afghanistan, dem Irak, Lybien interessiert? Es wird von Seiten des Westens immer Russland angeprangert ... der Westen arbeitet mit Scheinheiligkeit, Lügen und faked documents ...
siewillswissen 05.06.2018
2.
AI sollte aufhören die Allianz zu kritisieren. Es sind gute Bomben! So haben wir das bei SPON gelernt...
darthmax 05.06.2018
3. Befreiung
das Ziel ist die Befreiung Rakkas gewesen, gute Bomben in Rakka, böse in Aleppo. Das Bomben auch Zivilisten töten ( die Bombe weiss nicht wer Zivilist ist oder wer Kämpfer ) ist eigentlich selbstverständlich, wenn diese über Städten ( auch in Mossul ) abgeworfen werden. In der Regel werden mehr Zivilisten als Kämpfer von den Bomben getötet, da die Kämpfer besser geschützt sind. Was ist also die Alternative : ein Häuserkampf Kämpfer gegen Kämpfer, wobei in diesem Fall die Kämpfer nicht eindeutig als Gegner zu identifizieren sind. Da sind die Befreier aber nur sehr halbherzig motiviert und so wird die Stadt im wahrsten Sinne platt gemacht. Was verständlich ist und da nützt es auch nichts , wenn im Nachherein darüber geklagt wird.
quercusuevus 05.06.2018
4.
Zitat von frankfurtbeatdas entspricht doch dem allgemeinen Vorgehen der Koalition der Willigen ... wen haben die Millionen Opfer aus den Kriegen in Afghanistan, dem Irak, Lybien interessiert? Es wird von Seiten des Westens immer Russland angeprangert ... der Westen arbeitet mit Scheinheiligkeit, Lügen und faked documents ...
Welchen Quellen entnehmen Sie Ihre Opferzahlen ? Zivile Opfer (geschätzt): Afghanistan (2001-2018): 31.000 https://en.wikipedia.org/wiki/Civilian_casualties_in_the_war_in_Afghanistan_(2001–present) Irak (2003-2010): 150.000 - 460.000 https://en.wikipedia.org/wiki/Casualties_of_the_Iraq_War Libyen (2011): 2.500-25.000 https://en.wikipedia.org/wiki/Casualties_of_the_2011_Libyan_Civil_War Invasion der Sowjetunion in Afghanistan (1979-1989) : 562.000 - 2.000.000 https://en.wikipedia.org/wiki/Soviet–Afghan_War Zweiter Tschetschenienkrieg (1999.2009): 25.000 - 200.000 https://en.wikipedia.org/wiki/Casualties_of_the_Second_Chechen_War
bammbamm 05.06.2018
5. Überraschung
Eine Meldung das die USA und ihre Verbündeten Kriegsverbrechen begehen? Man merkt das der Wind sich dreht dank Trump, vor einem Jahr wurden die grossflächigen Zerstörungen in Mossul noch totgeschwiegen obwohl sie direkt nach Aleppo, aus dem nahezu täglich Meldungen über Kriegsverbrechen kamen, passiert sind.
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