Syrien: Uno prüft mutmaßliches Exekutions-Video der Rebellen
Gewehrsalven auf hilflose Gefangene: Ein neues Video von einer Hinrichtung in Syrien sorgt für Aufruhr. Laut Amnesty International zeigt der Clip, wie Rebellen zahlreiche Regierungssoldaten erschießen. Die Uno prüft, ob es sich um ein Kriegsverbrechen handelt.
Damaskus - Es sind verstörende Szenen, dokumentiert in wackligen Bildern. Amnesty International hat ein vermeintliches Hinrichtungsvideo der syrischen Rebellen scharf kritisiert - und die gefilmten Taten als "mögliches Kriegsverbrechen" bezeichnet.
Auch die Vereinten Nationen haben sich zu dem Clip geäußert - und eine genaue Untersuchung des Vorfalls ankündigt. Bestätigten sich die bisheringen Vermutungen, so ein Sprecher, habe man es wohl mit einem Kriegsverbrechen zu tun.
Auf den Bildern ist zu sehen, wie bewaffnete Männer mehr als ein Dutzend Gefangene, die am Boden liegen, treten und schlagen. Dann fallen Schüsse, die offenbar zahlreiche der festgehaltenen Personen verwunden oder töten. Bei den Schützen soll es sich um Aufständische handeln, die Opfer sind laut Amnesty-Recherche möglicherweise Anhänger der Armee des syrischen Diktators Baschar al-Assad.
"Diese schockierenden Aufnahmen dokumentieren ein mögliches Kriegsverbrechen und belegen eine klare Missachtung der internationalen Menschenrechte durch die bewaffneten Gruppen", heißt es in einer Stellungnahme von Amnesty International.
Die angebliche Hinrichtung soll sich an einem Kontrollposten der syrischen Armee in Sarakeb nahe der Metropole Damaskus ereignet haben. Dieser Checkpoint wurde offenbar von den Rebellen erobert - danach kam es zu den Vorfällen, die auf dem Video dokumentiert wurden. Beobachter gehen davon aus, dass es bei der Bluttat - und ähnlichen Vorfällen an zwei weiteren Checkpoints - bis zu 28 Tote gegeben haben könnte.
Bisher hat sich keine Rebellengruppe zu der Tat bekannt. Auch Amnesty räumt in seinem Bericht ein, dass die genauen Umstände noch nicht aufgeklärt sind. Gleiches gilt für die Identität von Opfern und Tätern. Laut der britischen BBC gibt es zwar Hinweise, dass Kämpfer der mit al-Qaida verbündeten Nusra-Front unter den Schützen sind. Belegt sind diese Anschuldigungen bisher jedoch nicht.
Die Assad-Kräfte mussten zuletzt in der Provinz Idlib, wo sich der Ort Sarakeb befindet, erhebliche Rückschläge hinnehmen. Laut der Nachrichtenagentur Reuters musste die Regierungsarmee am Donnerstag ihren letzten Posten in Sarakeb aufgeben müssen. Die Stadt ist von strategischer Bedeutung, weil sich hier zwei wichtige Überlandstraßen treffen. Laut der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London befindet sich Sarakeb inzwischen komplett in Rebellenhand.
In der vergangenen Woche hatten beide Konfliktparteien die vereinbarte Waffenruhe in dem Bürgerkrieg wiederholt gebrochen. Die Vereinten Nationen gehen davon aus, dass bei den Kämpfen in Syrien bisher mehr als 30.000 Menschen gestorben sind.
jok/Reuters
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Bevölkerung: 22,505 Mio.
Hauptstadt: Damaskus
Staatsoberhaupt:
Baschar al-Assad
Regierungschef: Wail al-Halki
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