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Syrien: Merkel unterstützt Forderung nach Flugverbotszone

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REUTERS

Kanzlerin Merkel: "Eine Art Flugverbotszone" in Syrien

Angela Merkel will Flüchtlinge in Syrien besser schützen. Deshalb unterstützt die Kanzlerin Forderungen nach einer Flugverbotszone, in der die Menschen vor Angriffen aus der Luft sicher sein sollen.

Die türkische Regierung fordert seit Langem eine Flugverbotszone in Syrien. Nun bekommt Ankara dafür prominente Unterstützung: Angela Merkel hat sich in einem Interview mit der "Stuttgarter Zeitung" für die Einrichtung eines sicheren Rückzugsgebiets in Syrien ausgesprochen, in dem Flüchtlinge vor Angriffen geschützt sein sollen.

"In der jetzigen Situation wäre es hilfreich, wenn es dort ein Gebiet gäbe, auf das keine der Kriegsparteien Angriffe fliegt - also eine Art Flugverbotszone", sagte die Bundeskanzlerin. Diese sollte jedoch mit dem Willen der syrischen Regierung und ihrer Verbündeten eingerichtet werden. "Wenn es gelänge, zwischen der Anti-Assad-Koalition und den Assad-Unterstützern eine solche Vereinbarung zu treffen, wäre das hilfreich", so Merkel.

Bislang haben sowohl das Assad-Regime als auch die russische Regierung entsprechende Vorschläge zurückgewiesen. Erst am Donnerstag sagte der russische Vizeaußenminister Oleg Syromolotow: "Wir würden das Ausrufen einer solchen Zone - ohne Einverständnis der syrischen Regierung und des Uno-Sicherheitsrats - als eine Militärintervention ansehen."

Gleichwohl ist es das erste Mal, dass die Kanzlerin eine Flugverbotszone in Teilen Syriens öffentlich befürwortet. Syrische Demonstranten hatten bereits 2011 gefordert, dass die Nato eine Flugverbotszone über Syrien durchsetzen solle.

Der damalige türkische Außenminister und heutige Regierungschef Ahmet Davutoglu hatte bereits im August 2012 vorgeschlagen, dass die Uno Flüchtlingslager innerhalb einer "sicheren Zone" auf syrischem Gebiet errichten könne. "Wenn die Zahl der Flüchtlinge 100.000 übersteigt, werden wir keinen Platz mehr haben", hatte Davutoglu damals gesagt. Zum damaligen Zeitpunkt hatte die Türkei 70.000 Syrer aufgenommen, inzwischen sind es rund 2,5 Millionen.

Am Montag waren bei Luftangriffen auf Krankenhäuser im Norden Syriens zahlreiche Menschen getötet worden. Die Organisation Ärzte ohne Grenzen, die eines der Hospitäler betreut, machte das Assad-Regime und das russische Militär für die Angriffe verantwortlich.

syd/AFP/dpa

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Fläche: 185.180 km²

Bevölkerung: 22,265 Mio.

Hauptstadt: Damaskus

Staatsoberhaupt:
Baschar al-Assad

Regierungschef: Wail al-Halki

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