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Syrien: Angreifer stürmen Assad-treuen Fernsehsender

Bewaffnete haben einen regimenahen Fernsehsender in Syrien überfallen und drei TV-Mitarbeiter getötet. Das Gebäude liegt nur 20 Kilometer von der Hauptstadt Damaskus entfernt - die Machthaber um Präsident Assad werden offenbar verwundbar.

AFP

Beirut/Damaskus - Die Angreifer kamen mit Sprengstoff: In Syrien haben Bewaffnete die Zentrale des regimenahen privaten Fernsehsenders al-Ikhbarija attackiert.

Nach Angaben von Angestellten des Senders handelte es sich bei den Angreifern um "Terroristen". Sie hätten zwei Gebäude des Senders rund 20 Kilometer südlich der Hauptstadt Damaskus gestürmt und dort Studios verwüstet. Anschließend hätten die Eindringlinge Sprengsätze im Hauptgebäude platziert und zur Explosion gebracht. Drei Mitarbeiter des Senders seien getötet worden. Wie die Beschäftigten genau umgekommen sind, war zunächst nicht klar. Der Sender ist in Privatbesitz, steht aber dem Regime von Machthaber Baschar al-Assad sehr nahe.

Der Angriff ist ein mögliches Indiz dafür, dass die Machthaber auch im Umfeld der Hauptstadt Damaskus verwundbar werden, die Rebellen wagen sich offenbar auch in die Hochburg des Regimes vor. Oppositionellen zufolge gab es im Großraum Damaskus am Dienstag die schwersten Kämpfe seit Beginn des Aufstands vor 16 Monaten. Dort seien Panzer und gepanzerte Fahrzeuge in Stellung gegangen.

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Gewalt in Syrien: TV-Sender unter Feuer
Präsident Assad hatte zuletzt die Rhetorik in dem Konflikt verschärft: Erstmals sprach der Machthaber von einem Kriegszustand in seinem Land. "Unsere gesamte Politik, Anordnungen und alle Bereiche werden darauf ausgerichtet sein, diesen Krieg zu gewinnen", sagte er nach Berichten der staatlichen Nachrichtenagentur Sana am Dienstag bei einer Rede vor dem neuen Kabinett in Damaskus.

Nach Angaben von Aktivisten kamen am selben Tag landesweit mindestens 87 Zivilisten bei Kämpfen und Angriffen von Regierungstruppen ums Leben. Außerdem seien insgesamt 49 Kämpfer der Aufständischen und Regierungssoldaten getötet worden. Bislang hatte Assad den Aufstand seines Volkes stets als Rebellion einzelner und durch das Ausland finanzierter "Terroristen" dargestellt.

Ranghohe Regierungsvertreter der Weltmächte kommen am Samstag in Genf zu Gesprächen über die Lage in Syrien zusammen, wie am Mittwoch aus Uno-Diplomatenkreisen verlautete. US-Außenministerin Hillary Clinton und ihr russischer Kollege Sergej Lawrow hätten ihre Teilnahme zugesagt. Bei dem Treffen sollten Möglichkeiten zur Beendigung der Gewalt in dem Land erörtert werden.

Die Vereinten Nationen gehen davon aus, dass in dem Konflikt mehr als 10.000 Zivilisten getötet wurden, die syrische Regierung beklagt mehr als 2600 tote Soldaten und Polizisten.

hen/dpa/Reuters/dapd

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1. !!
universaldillettant 27.06.2012
Zitat von sysopREUTERSBewaffnete haben einen regimenahen Fernsehsender in Syrien überfallen und drei TV-Mitarbeiter getötet. Das Gebäude liegt nur 20 Kilometer von der Hauptstadt Damaskus entfernt - die Machthaber um Präsident Assad werden offenbar verwundbar. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,841186,00.html
Das Drehbuch von Gene Sharp wird eins zu eins umgesetzt: BBC News - Gene Sharp: Author of the nonviolent revolution rulebook (http://www.bbc.co.uk/news/world-middle-east-12522848)
2. Die Einschläge........
Revarell 27.06.2012
........kommen näher! Allmählich taucht in der Ferne die Frage auf in welchem Land Assad in's Exil geht? In China, oder in Rußland?
3.
Namal 27.06.2012
Man stelle sich vor in Deutschland bricht eine revolution aus und jemand schaut bei der systemtreuen spon redaktion mit sprengstoff vorbei und verwüstet ihre büros. Wird dann der spon immernoch von "Terroristen" sprechen?
4.
Markenfetischist 27.06.2012
Warum haben die drei TV-Leute ermordet?!? Was sind das bloß für "Oppositionelle"?
5.
ich_möchtegern 27.06.2012
Zitat von sysopREUTERSBewaffnete haben einen regimenahen Fernsehsender in Syrien überfallen und drei TV-Mitarbeiter getötet. Das Gebäude liegt nur 20 Kilometer von der Hauptstadt Damaskus entfernt - die Machthaber um Präsident Assad werden offenbar verwundbar. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,841186,00.html
So setzt man sich also für Demorkratie ein? Bin mal gespannt, wie man das wiederum positiv für die Rebellen ins Licht stellt,
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Fläche: 185.180 km²

Bevölkerung: 22,265 Mio.

Hauptstadt: Damaskus

Staatsoberhaupt:
Baschar al-Assad

Regierungschef: Imad Khamis

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