Luftangriffe in Syrien Russland bestellt israelischen Botschafter ein

Israel hat in Syrien mehrere Luftangriffe geflogen. Das hat nun ein diplomatisches Nachspiel: Russland zitiert den israelischen Botschafter zum Gespräch.

Israelischer Kampfjet
REUTERS

Israelischer Kampfjet


Russland hat sich in den Streit um israelische Luftangriffe in Syrien eingeschaltet. Sein Ministerium habe den israelischen Botschafter einbestellt, sagte der russische Vizeaußenminister Michail Bogdanow der Nachrichtenagentur Interfax. Botschafter Gary Koren sei bereits am Freitag zu den Vorgängen befragt worden, sagte Bogdanow.

Israel hatte in der vergangenen Woche mehrere Luftangriffe auf Ziele in Syrien geflogen. Die syrische Armee hatte daraufhin mehrere Flugabwehrraketen abgefeuert. Nach eigenen Angaben schoss die Armee ein israelisches Kampfflugzeug ab, Israel dementierte das jedoch.

Laut einem Bericht der syrischen Armee drangen vier israelische Kampfjets in den syrischen Luftraum ein und trafen ein "militärisches Ziel" in der Nähe der Oasenstadt Palmyra.

Der israelische Verteidigungsminister Avigdor Lieberman drohte Syrien am Sonntag mit der Zerstörung seiner Luftabwehrsysteme, falls die syrische Armee erneut israelische Kampfflugzeuge mit Raketen beschießen sollte.

Angriffe galten Hisbollah

Die Angriffe galten nach Darstellung der israelischen Regierung hochentwickelten Waffen, die für die libanesische Hisbollah-Miliz bestimmt gewesen seien. Die Miliz war 2006 mit Israel im Krieg und unterstützt noch immer radikale Palästinenser mit Waffenlieferungen. Daneben kämpft die Hisbollah an der Seite von Syriens Präsident Baschar al-Assad im syrischen Bürgerkrieg.

Russland war im September 2015 aktiv in den Bürgerkrieg in Syrien eingetreten und unterstützt Assad militärisch, vor allem mit Luftangriffen. Bei Treffen in den vergangenen Monaten versuchten der russische Präsident Wladimir Putin und der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu, Absprachen zu treffen, um eine militärische Konfrontation zwischen beiden Ländern zu vermeiden.

sep/AFP/Reuters



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insgesamt 61 Beiträge
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Seite 1
ackergold 20.03.2017
1. Chuzpe
Russland bombt in Syrien und beschwert sich, dass dort noch andere Bomben werfen. Das ist grotesk.
rbn 20.03.2017
2. was gibt es hier
Israel ist immerhin ein gefährdeter Nachbar Syriens. Darüberhinaus verübt nicht Israel in Syrien Kriegsverbrechen sondern Russland bombardiert Krankenhäuser und die Zivilbevölkerung. Also Israel, bestellt doch den russischen Botschschafter (falls es den gibt) Frohen Mutes zum Rapport ein.
Nonvaio01 20.03.2017
3. man o man
Zitat von ackergoldRussland bombt in Syrien und beschwert sich, dass dort noch andere Bomben werfen. Das ist grotesk.
Russland ist ein verbuendeter von Syrien. Syrien hat Russland um hilfe gebeten. Israel hat keiner gefragt, die sind die Angreifer in diesem fall.
weichabergerecht 20.03.2017
4. Bestenfalls humorvoll
Die Beschwerde des syrischen Aussenministers an die Adresse Israels, es habe die Souveränität seines Landes verletzt kann man getrost in die Kategorie "Humoresken" einordnen. Seit wann verfügt Syrien über eine verletzungsfähige Souveränität, nachdem es diese an Terrororganisationen aller Art und an andere despotische Länder wie Iran und Russland abgetreten hatte. Wären sie auch nur halbwegs in der Lage und Willens die Verschiebung von Waffen an die Hezbollah zu unterbinden, dann könnten sie auch Ruhe vor Israels Aktionen haben, aber so....? Nein, mit Souveränität hat das nichts zu tun, bestenfalls eher mit Hilflosigkeit und am wahrscheinlichsten mit Komplizität.
anchises 20.03.2017
5. Glaubt Israel, daß Syrien ein rechtsfreier Raum ist?
Wenn im syrischen Luftraum Flugzeuge etwas verloren haben, dann sind es syrische und russische. Alle anderen sind Invasoren und müssen eben damit rechnen abgeschossen zu werden. Was die Hisbollah in Syrien treibt geht Israel im Übrigen nicht das Geringste an.
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