Syrien Anti-IS-Koalition bombardiert regierungstreue Milizen

Die Luftwaffe der von den USA angeführten Militärallianz hat im Süden Syriens eine Einheit von Regierungstruppen aus der Luft angegriffen. Das bestätigten Pentagonkreise.

Die syrische Stadt Zabadani nach dem Luftangriff
AP

Die syrische Stadt Zabadani nach dem Luftangriff


Das US-Militär hat am Donnerstag in Syrien einen Konvoi regierungstreuer Kräfte bombardiert. Die Spitze des Konvois sei getroffen worden, sagte ein Vertreter des US-Militärs in Washington. Der Angriff habe sich nahe der Grenze zu Jordanien ereignet. Laut der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte sind dabei acht Menschen getötet worden. Es gebe zudem Verletzte: "Die meisten der Getöteten gehörten zu Milizen, die loyal zum syrischen Regime waren, und sind keine Syrer." Die Angaben der Beobachtungsstelle sind nicht unabhängig zu überprüfen.

Es sei "nicht sicher", welche Kräfte sich in dem Konvoi befanden, aber es sei eindeutig gewesen, dass diese Kräfte mit der syrischen Regierung zusammenarbeiteten, sagte der US-Beamte. Der Konvoi habe sich dem von der Koalition genutzten Stützpunkt At Tanf gefährlich genähert und sich innerhalb einer "Deeskalationszone" bewegt, in der sich Koalitionskräfte aufgehalten hätten. Diese hätten seit Monaten innerhalb dieser Gegend operiert, um Verbündete im Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) auszubilden.

Alle Versuche, den sehr großen Konvoi an seiner Weiterfahrt zu hindern, seien vergeblich gewesen. Die Koalition habe die mit den syrischen Regierungstruppen verbündeten russischen Streitkräfte kontaktiert, Warnschüsse abgegeben und im Luftraum Stärke demonstriert - der Konvoi habe dennoch nicht reagiert und seine Fahrt fortgesetzt. Auch die russischen Versuche seien jedoch ohne Erfolg geblieben.

Angriff kein Strategiewechsel

Daraufhin sei schließlich der Angriff erfolgt, sagte der Beamte. Dies bedeute allerdings keinen Strategiewechsel in Syrien: Weiterhin sei das Ziel der internationalen Militärallianz die Bekämpfung des IS.

Der Stützpunkt At Tanf wird von Eliteeinheiten der britischen und US-Streitkräfte genutzt und war in den vergangenen Monaten mehrfach angegriffen worden, unter anderem von IS-Kämpfern.

Die US-geführte Koalition fliegt seit 2014 Luftangriffe auf die IS-Miliz in Syrien. Sie setzt dabei auf die Unterstützung syrischer Rebellen, während Russland die Regierungstruppen von Präsident Baschar al-Assad unterstützt.

mkl/AFP/dpa

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