Ost-Ghuta Syrische Armee soll weitere Städte abgeriegelt haben

In Syrien weitet die Armee des Machthabers Assad ihre Offensive in der Region Ost-Ghuta aus, die großen Städte Douma und Harasta sollen jetzt unter ihrer Kontrolle stehen.

Zerstörte Häuser in Douma
MOHAMMED BADRA/ EPA-EFE/ REX/ Shutterstock

Zerstörte Häuser in Douma


Die syrische Armee hat ihren Kampf um die Rebellengebiete in Ost-Ghuta ausgeweitet. Die Städte Douma und Harasta wurden nach Angaben der in Großbritannien ansässigen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte* isoliert.

Truppen des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad hätten die Verbindungsstraßen zwischen den beiden großen Städten unter ihre Kontrolle gebracht und Schützen positioniert. Zudem sei der Ort Mesraba an der Verbindungsstelle des nördlichen und südlichen Rebellengebiets eingenommen worden, so die Beobachtungsstelle. Den Angaben zufolge gab es in der Nacht sowohl Luftangriffe als auch Artilleriebeschuss auf das Rebellengebiet.

Auch das staatliche syrische Fernsehen berichtete von einer Ausweitung der Kämpfe. Bei den Angriffen in den vergangenen Wochen wurden nach Angaben von Beobachtern rund 1000 Menschen getötet.

In der seit Jahren belagerten Rebellenenklave sind Uno-Schätzungen zufolge rund 400.000 Menschen eingeschlossen. Die Kampfhandlungen behindern dringend benötigte Hilfslieferungen in das Gebiet. Hilfsorganisationen hatten am Freitag einen neuen Versuch der Versorgung der hungernden Bevölkerung in der Region vor Damaskus gestartet und 13 Lastwagen mit Nahrungsmittelpaketen losgeschickt.

Assad und sein Hauptverbündeter Russland wollen mit der Offensive die nahe gelegene syrische Hauptstadt Damaskus von den Rebellen abschirmen. Die Regierungstruppen setzen dabei vor allem auf einen massiven Beschuss aus der Luft - sowie eine Belagerung der Rebellengebiete. Aufständische hatten zuvor angegeben, bei Gegenangriffen in den vergangenen Tagen mehrere Stellungen zurückerobert zu haben.

Am späten Freitagabend verließ eine kleine Gruppe aufständischer Kämpfer mit ihren Familien die eingeschlossene Region in eine von der Opposition gehaltene Gegend im Nordwesten des Landes. Aus der Region östlich von Damaskus sind inzwischen Zehntausende Syrer geflohen: Eine Uno-Sprecherin teilte mit, Mesraba, Hammurijeh und Mudreia seien inzwischen verlassen. Im Dezember hätten dort noch 50.000 Menschen gelebt. Die beiden größten Rebellengruppen gaben aber an, Ost-Ghuta nicht verlassen zu wollen.

Die syrische Armee von Machthaber Baschar al-Assad steht nach eigenen Angaben vor einem Erfolg in Ost-Ghuta. Während die Eingeschlossenen auf humanitäre Hilfe hoffen, bejubelt ein anderer Teil der Syrer das Vorrücken der Armee.

*Die Organisation bezieht ihre Informationen von Aktivisten vor Ort. Für Medien sind sie kaum zu überprüfen, in der Vergangenheit haben sich die Angaben aber als verlässlich erwiesen.

apr/Reuters



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