Bürgerkrieg Armee und Rebellen brechen Waffenruhe in Syrien

Die vereinbarte Feuerpause in Syrien währte nur kurz, in verschiedenen Landesteilen hat es neue Gefechte gegeben. In einem Vorort von Damaskus sollen Regimetruppen drei Menschen getötet haben, melden Oppositionelle. Aufständische haben offenbar ihrerseits eine Militärbasis angegriffen.

Gefechte in Syrien (Bild vom 25. Oktober): Mehrere Tote in Vorort von Damaskus
REUTERS

Gefechte in Syrien (Bild vom 25. Oktober): Mehrere Tote in Vorort von Damaskus


Damaskus - Die Waffenruhe in Syrien hielt nur wenige Stunden. Am Freitagvormittag meldeten Oppositionelle aus verschiedenen Landesteilen neue Kämpfe. In Harasta, einem Vorort der Hauptstadt Damaskus, seien drei Menschen von Heckenschützen und Panzerfeuer getötet worden, berichteten Regimegegner.

In der Provinz Idlib sollen zudem Kämpfer der mit al-Qaida verbündeten Nusra-Front die Militärbasis Wadi al-Deif angegriffen haben. Die Gruppe hatte den Waffenstillstand anlässlich des islamischen Opferfestes von vornherein abgelehnt. Die Truppen von Präsident Baschar al-Assad hätten zudem ein Dorf in der Nähe des Armeestützpunkts mit Artillerie beschossen. Die Basis liegt strategisch wichtig nahe der Verbindungsstraße zwischen den beiden größten syrischen Städten Damaskus und Aleppo.

Staats-TV zeigt betenden Assad

Schon zuvor sollen Sicherheitskräfte in der südsyrischen Provinz Daraa auf Demonstranten geschossen haben. Dabei seien drei Menschen verletzt worden. Auch aus der Hauptstadt meldeten Aktivisten neue Angriffe der Regierungsarmee. Über mehreren Stadtteilen standen hohe Rauchsäulen. Zunächst hatten am Freitag Tausende Syrer die versprochene Waffenruhe genutzt, um in verschiedenen Städten des Landes gegen das Regime zu demonstrieren.

Diktator Assad zeigt sich von all dem ungerührt. Das Staatsfernsehen strahlte Aufnahmen des Präsidenten aus, die ihn beim Gebet anlässlich des Opferfestes zeigten. In welcher Moschee der Machthaber betete, hatte die Regierung aus Sicherheitsgründen nicht vorab bekanntgegeben.

Die syrische Armeeführung hatte der von den Vereinten Nationen unterstützten Feuerpause am Donnerstag zugestimmt, sich aber vorbehalten, auf Verstöße von anderer Seite zu reagieren. Zuvor hatten auch die meisten bewaffneten Oppositionsgruppen ihre Bereitschaft zum Waffenstillstand erklärt. Die Waffenruhe zum Opferfest sollte vier Tage halten.

syd/dpa/Reuters



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insgesamt 35 Beiträge
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Seite 1
kanario 26.10.2012
1. Die Terroristen in Syrien
haben doch kein Interesse an einem Waffenstillstand denn für Terrorismus werden Sie doch bezahlt! Saudi Arabia plans to fund Syria rebel army | World news | The Guardian (http://www.guardian.co.uk/world/2012/jun/22/saudi-arabia-syria-rebel-army) Trotz Waffenruhe: Syrische Rebellen greifen Militärbasis an | Politik | RIA Novosti (http://de.rian.ru/politics/20121026/264813691.html)
Atheist_Crusader 26.10.2012
2.
Zitat von sysopREUTERSDie vereinbarte Feuerpause in Syrien währte nur kurz, in verschiedenen Landesteilen hat es neue Gefechte gegeben. In einem Vorort von Damaskus sollen Regimetruppen drei Menschen getötet haben, melden Oppositionelle. Aufständische haben offenbar ihrerseits eine Militärbasis angegriffen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/syrien-armee-und-rebellen-brechen-waffenruhe-zum-opferfest-a-863564.html
Und da wundern sich die Leute... wie kann man von den Regierungstruppen erwarten sich an etwas zu halten, was ein guter Teil ihrer Feinde nicht tut? Was das im Endeffekt heißen muss, sollte klar sein: Wenn die Rebellen sich nicht einmal geschlossen durchringen können, einem Waffenstillstand zu einem Feiertag zuzustimmen (ich rede nicht von Durchhalten, immerhin ist noch alles Andere als sicher, wer ihn gebrochen hat)... wie kann man sie da ernsthaft als eine Alternative zur Regierung sehen? Selbst wenn Assad heute spontan die Koffer packen und sich ein Landhaus auf Zypern suchen sollte... wie sollte man bei diesem chaotischen Haufen - der ideologisch kaum verschiedener sein könnte und nur vorübergehend (!) durch seinen Hass auf die Regierung geeint wird - irgendetwas hinbekommen, was auch nur annähernd mit einem funktionsfähigen Staat verwechselt werden könnte? Assads Sturz wäre nicht das Ende des Bürgerkriegs... nur das Ende vom Anfang.
Thaeve 26.10.2012
3.
Nur hoffnungslose Optimisten hatten daran geglaubt, daß dieser Waffenstillstand Realität werden könnte. Alle Parteien hatten ja ausreichend Bedingungen daran geknüpft, daß klar war, daß keiner ihn wirklich wollte, aber öffentlich ablehnen auch nicht.
keksen 26.10.2012
4. was für eine Überraschung
Damit hatte natürlich niemand gerechnet.
topodoro 26.10.2012
5. Haben sich die "Freunde Syriens"...
Zitat von kanariohaben doch kein Interesse an einem Waffenstillstand denn für Terrorismus werden Sie doch bezahlt! Saudi Arabia plans to fund Syria rebel army | World news | The Guardian (http://www.guardian.co.uk/world/2012/jun/22/saudi-arabia-syria-rebel-army) Trotz Waffenruhe: Syrische Rebellen greifen Militärbasis an | Politik | RIA Novosti (http://de.rian.ru/politics/20121026/264813691.html)
eigentlich mal inzwischen von der den FSA "Aktivisten" distanziert. Oder wenigstens von dem Teil der FSA, die sich Nusra-Front nennt, oder den FSA "Aktivisten" der Ansar al-Islam, etc. etc, ? Oder werden diese Leute noch immer von den "Freunden Syriens" unterstützt ?
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