Militäroffensive Syrische Armee nähert sich Golanhöhen

Baschar al-Assad lässt seine Armee Rebellenstellungen in der Provinz Kuneitra angreifen, die nahe an Israel liegt. Die Regierung in Jerusalem ist besorgt - und hat mit US-Präsident Trump telefoniert.

Israelische Soldaten blicken auf die syrische Seite der Golanhöhen (Archiv)
REUTERS

Israelische Soldaten blicken auf die syrische Seite der Golanhöhen (Archiv)


Die Armee von Baschar al-Assad geht im Süden Syriens weiter in die Offensive. Mehr als 800 Granaten seien in verschiedenen Orten der Provinz Kunaitra verschossen worden, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte.

Seit dem frühen Sonntagmorgen gebe es heftige Kämpfe zwischen syrischen Regierungstruppen und Rebellen. Die Gefechte finden demnach rund vier Kilometer von der dortigen Pufferzone zwischen Syrien und den von Israel besetzten Golanhöhen statt. (Mehr zu den Hintergründen lesen Sie hier)

Die Beobachtungsstelle mit Sitz in London bezieht ihre Informationen von Aktivisten vor Ort; für Medien sind sie kaum zu überprüfen, in der Vergangenheit haben sich die Beobachtungen aber meist als richtig erwiesen.

Golanhöhen

Erst vor einigen Tagen hatten Rebellen die symbolisch wichtige Stadt Daraa im Süden Syriens nach heftigen Bombardierungen aufgegeben. Die Stadt gilt als Ausgangspunkt der Proteste gegen Assad vor sieben Jahren. Die nahe gelegene Region Kunaitra wird größtenteils noch von Rebellen kontrolliert.

Netanyahu telefonierte mit Trump

Israel befürchtet, dass Soldaten seines Erzfeindes Iran, die an der Seite der syrischen Armee kämpfen, durch die neue Offensive auch bis an die syrisch-israelische Grenze vorrücken könnten.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu war vergangene Woche in Moskau, um ein solches Szenario zu verhindern. Russland hat als engster Verbündeter Einfluss auf Assad und selbst Truppen in Syrien im Einsatz.

Kurz vor dem Gipfeltreffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Russlands Staatschef Wladimir Putin am Montag telefonierte Netanyahu noch einmal mit Trump. Dabei sei es um die aktuellen Entwicklungen in der Region, insbesondere um Syrien und Iran gegangen, sagte er.

dop/dpa/Reuters



© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.