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Verhandlungen in Genf: Friedensgespräche starten - aber nur mit Assad-Getreuen

Die Syrien-Friedensgespräche in Genf sollen unbedingt an diesem Freitag beginnen - zunächst aber nur mit Vertretern von Machthaber Baschar al-Assad. Wann und ob überhaupt Oppositionsvertreter kommen, ist unklar.

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Syriens Uno-Botschafter al-Jaafari (Archivbild): Ein Gesprächspartner kommt sicher nach Genf

Eine syrische Delegation von Machthaber Baschar al-Assad ist in Genf angekommen. Dort sollen am heutigen Freitag neue Verhandlungen über ein Ende des bald fünfjährigen Bürgerkriegs in Syrien beginnen - wann genau und mit wem außer mit Assads Leuten, ist aber auch nach mehrwöchiger Debatte noch nicht entschieden.

Sicher ist bislang nur, dass islamistische Terroristen wie der "Islamische Staat" (IS) nicht an den Unterredungen beteiligt werden. Allerdings hatte auch die wichtigste Oppositionsgruppe am Donnerstag angekündigt, nicht am Freitag an den Genfer Gesprächen teilzunehmen.

Der Rat der syrischen Opposition im saudi-arabischen Riad teilte mit, erst wenn Blockaden und Luftschläge in Syrien von allen Seiten aufhörten, werde man an den Verhandlungstisch kommen. Ihnen assistierte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan, der sagte, eine Teilnahme an den Gesprächen ohne einen Waffenstillstand wäre "ein Verrat an den in Syrien kämpfenden Einheiten".

Kein Treffen von Assad-Regierung und Opposition

Die Uno bleibt trotzdem zuversichtlich, dass die Gespräche am Freitag starten. Der Uno-Sondergesandte für Syrien, Staffan de Mistaura, erklärte am Freitag, die Gespräche begännen auf jeden Fall mit der syrischen Regierung. Anführen werde die Delegation der syrische Uno-Botschafter Baschar al-Jaafari. Erst anschließend und ohne ein direktes Aufeinandertreffen werde de Mistura dann auch mit Oppositionsgruppen reden.

Ursprünglich sollten die Gespräche schon am Montag dieser Woche starten. Sie sind von höchster Dringlichkeit: In dem Konflikt sind bisher mehr als 250.000 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als elf Millionen Syrer wurden vertrieben. Millionen harren in den Nachbarländern aus oder befinden sich auf der Flucht Richtung Mitteleuropa.

cht/AP/dpa

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