Syrisches Militärgefängnis Assad-Regime nennt Amnesty-Bericht "völlig falsch"

Die Vorwürfe sind erschreckend: Im syrischen Militärgefängnis Sednaja sollen in vier Jahren 13.000 Häftlinge gehängt worden sein. Das Regime dementiert, es gebe keine konkreten Beweise.

Militärgefängnis Sednaja
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Militärgefängnis Sednaja


Die syrische Regierung hat einen Bericht von Amnesty International über Folter und Massenhinrichtungen in einem syrischen Militärgefängnis dementiert. Das Justizministerium erklärte laut einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur Sana, die Darstellungen der Menschenrechtsorganisation seien "völlig falsch" und würden dem internationalen Ruf Syriens schaden.

Nach Angaben des Justizministeriums werden Todesstrafen in Syrien nur nach einem mehrstufigen rechtsstaatlichen Verfahren verhängt. Der Amnesty-Bericht sei von einigen "bösartigen Medien" verbreitet worden, konkrete Beweise fehlten jedoch.

Laut dem Amnesty-Bericht wurden in dem berüchtigten Militärgefängnis Sednaja nördlich von Damaskus zwischen 2011 und 2015 bis zu 13.000 Häftlinge gehängt. Amnesty beruft sich auf die Schilderungen von 84 Zeugen, darunter Häftlinge, Wachen und Richter.

Neben den Hinrichtungen starben dem Amnesty-Bericht zufolge in dem Gefängnis tausende weitere Gefangene durch Folter, an Hunger oder weil ihnen ärztliche Behandlung versagt wurde. Zu den gängigen Foltermethode zählen laut dem Bericht auch Vergewaltigungen. Amnesty vermutet, dass die massenhaften Tötungen bis heute andauern.

asa/AFP/dpa



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