Seit Mitte November sollen Brandbomben an mehreren Orten in Syrien eingesetzt worden sein. Human Rights Watch hat dazu die Videoaufnahmen syrischer Aktivisten analysiert. Die Bilder wurden mit Satellitenaufnahmen abgeglichen, um zu überprüfen, ob es sich tatsächlich um die von den Aktivisten genannten Orte handelte. Wo es möglich war, wurden auch Kontakte vor Ort dazu befragt. Zudem schaute sich ein Waffenexperte die Bilder an, um die Art der eingesetzten Bomben zu identifizieren.
Brandbomben wurden erstmals von der deutschen Luftwaffe entwickelt und eingesetzt, etwa bei der Bombardierung von London 1940 bis 1941. Die Alliierten warfen später schwere Brandbomben auf Hamburg und Dresden ab.
Brandbomben sind mit Stoffen gefüllt, die sich beim Aufschlag der Bombe entzünden, mit sehr hoher Temperatur brennen und nur schwer zu löschen sind - etwa Napalm, weißer Phosphor oder Thermit. Zivilisten, die sich in betroffenen Gebieten aufhalten, verbrennen oder ersticken im Rauch.
Es handelt sich dabei nicht um sogenannte Chemiewaffen. Chemiewaffen töten oder schädigen durch die freigelassene Chemikalie selbst. Brandbomben töten oder verletzen durch Brände. Einen Einsatz von chemischen Waffen hat US-Präsident Barack Obama als rote Linie für Damaskus bezeichnet, die das Regime nicht überschreiten darf.
Über hundert Länder haben den Gebrauch von Brandbomben verboten, weil diese vor allem Zivilisten schädigen oder gar töten. Zu den Unterzeichnern des betreffenden Protokolls der internationalen Konvention zum Verbot bestimmter konventioneller Waffen gehört auch Deutschland. Syrien hat dieses Protokoll und die Konvention nicht ratifiziert.
Dieses Video syrischer Aktivisten zeigt einen Kampfjet über dem Damaskus-Vorort Daraja, wo es seit eineinhalb Jahren immer wieder zu Demonstrationen gegen das Regime kam. Bei Einstellung 0:24 ist zu sehen, wie der Kampfjet Bomben abwirft. Wenig später schlagen die Bomben in einem Feuerball auf und dicker weißer Rauch steigt kurz darauf auf.
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Das syrische Regime setzt Bomben sowjetischer Bauart ein
Wie solche Bombardierungen am Boden aussehen, zeigt ein Video, das aus der Ortschaft Kusair bei Homs stammt, wo dschihadistische Rebellen seit einem Jahr ihren Einfluss ausgebaut haben. Das Video zeigt nach Erkenntnissen von Human Rights Watch den Pausenhof der Ghaleb Radi Schule im Zentrum von Kusair, nachdem dort am 3. Dezember Brandbomben einschlugen. Ein Basketball-Spielfeld ist zu erkennen. Darunter sind in wenigen Metern Abständen Dutzende Brandherde, die immer wieder knallend aufflammen und alles in erstickenden Rauch hüllen.
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Auf Basis der Einschätzungen des Waffenexperten geht Human Rights Watch davon aus, dass die Brandbomben mit Thermit gefüllt sind. Aufnahmen, auf denen Überreste der Bomben zu sehen sind, zeigen, dass es sich um verschiedene Modelle sowjetischer Bauart handelt.
Auch Teile der syrischen Opposition gehen nun immer rücksichtsloser vor. So richten Milizen regelmäßig Menschen hin, denen sie vorwerfen, mit dem syrischen Machthaber Baschar al-Assadzu sympathisieren. Immer wieder sterben Zivilisten durch selbstgebastelte Bomben der Assad-Gegner mitten in Wohngebieten, die als regimenah gelten.
ras
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