Abzug von Rebellen Assad erzielt weiteren Teilerfolg in Ost-Ghuta

Die Truppen von Baschar al-Assad haben bereits mehr als 80 Prozent von Ost-Ghuta eingenommen. Nun soll eine weitere Rebellengruppe einen Deal mit dem syrischen Regime eingegangen sein.

Ost-Ghuta
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Seit Wochen bombardiert das Militär von Baschar al-Assad mit Unterstützung der russischen Luftwaffe das Rebellengebiet Ost-Ghuta nahe der syrischen Hauptstadt Damaskus. Zehntausende Zivilisten sind bereits geflohen, viele harren aber noch im Kampfgebiet aus. Nun ist das Regime der Einnahme der Enklave einen wichtigen Schritt näher gekommen, nachdem eine Rebellengruppe ihren Abzug aus dem Gebiet zugesagt hat.

Die mit der Freien Syrischen Armee (FSA) verbündete Gruppe Fajlak al-Rahman ("Brigade des Barmherzigen") werde am Samstag mit der Verlegung ihrer Kämpfer aus dem Gebiet beginnen, berichtete das syrische Staatsfernsehen. Der Deal sei unter russischer Vermittlung zustande gekommen. Ein Sprecher der Miliz bestätigte die Einigung zunächst nicht. Bereits zuvor hatte die Rebellengruppe Ahrar al-Scham ihren Abzug begonnen.

Offenbar Einsatz von Brandbomben

Laut dem Staatsfernsehen sollen insgesamt 7000 Kämpfer und Angehörige von Fajlak al-Rahman aus dem Gebiet um Samalka im Süden von Ost-Ghuta abziehen. Die Gruppe hatte bereits am Donnerstag mitgeteilt, ab Mitternacht die Waffen ruhen zu lassen, um mit Russland zu verhandeln.

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Kurz vor Inkrafttreten der Waffenruhe wurden 37 Zivilisten in der Ortschaft Arbin getötet. Sie seien in einem Schutzraum "verbrannt und erstickt", nachdem russische Kampfflugzeuge Brandbomben abgeworfen hätten, erklärten Mediziner aus Arbin und die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte übereinstimmend.

Idlib letzte Provinz in Rebellenhand

Die Rebellengruppe Ahrar al-Scham hatte sich bereits am Mittwoch mit der Regierung auf den Abzug aus Ost-Ghuta geeinigt. Hunderte ihrer Kämpfer trafen am Freitag mit ihren Angehörigen in Idlib ein, wie die Beobachtungsstelle erklärte. Am Freitag sollte ein zweiter Konvoi von Harasta nach Idlib aufbrechen. Insgesamt sollen 1500 Kämpfer mit 6000 Angehörigen die Stadt verlassen.

Auch mit der dritten verbliebenen Rebellengruppe in Ost-Ghuta, Dschaisch al-Islam, liefen am Freitag Verhandlungen, wie aus dem Stadtrat der von ihr kontrollierten Stadt Duma verlautete. Laut der Beobachtungsstelle ist in diesem Fall nicht ein Abzug der Rebellen im Gespräch, sondern ihre Umwandlung in eine lokale Polizeitruppe. Damit steht Machthaber Baschar al-Assad kurz davor, Ost-Ghuta wieder unter Kontrolle zu bringen.

Seit Beginn der Offensive auf Ost-Ghuta haben die Regierungstruppen mit Unterstützung der russischen Luftwaffe rund 80 Prozent des Gebiets vor den Toren der Hauptstadt erobert, das seit 2013 unter Belagerung stand. Idlib ist die letzte Provinz, die sich weitgehend dem Zugriff von Assad entzieht, doch auch dort verloren die Rebellen seit Dezember große Gebiete im Südosten der Provinz.

dop/AFP/dpa



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