Bürgerkrieg in Syrien Mehr als 600 Angriffe an einem Tag

In der syrischen Provinz Daraa begann 2011 der Aufstand gegen Diktator Baschar al-Assad. Jetzt hat dessen Armee mit Hilfe Russlands das Bombardement verschärft, die Lage sei "höllisch", sagen Aktivisten.

Daraa
AFP

Daraa


Fassbomben und Raketen auf Rebellen: Die syrische Luftwaffe hat zusammen mit ihrem Verbündeten Russland die Provinz Daraa im Süden des Landes erneut massiv bombardiert.

Seit dem Scheitern von Verhandlungen am Mittwochabend habe es mehr als 600 Angriffe gegeben, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Die Organisation stützt sich auf ein Netzwerk von Informanten in Syrien. Ihre Angaben sind von unabhängiger Seite schwer zu überprüfen, haben sich in der Vergangenheit aber häufig als wahr erwiesen.

Oppositionelle Aktivisten bezeichneten die Lage zudem als "höllisch". Bomben und Raketen "regneten" auf die Provinzhauptstadt Daraa und ländliche Gebiete im Osten der Provinz herunter.

Daraa ist eine der letzten Regionen in Syrien, die noch unter Kontrolle von Rebellen stehen. Die syrische Armee hatte Mitte Juni eine Großoffensive in der Region gestartet, um nach eigenen Angaben gegen "Terroristen" vorzugehen.

Uno-Schätzungen zufolge mussten etwa 330.000 Menschen wegen der Kämpfe ihre Häuser verlassen und fliehen. Die Stadt gilt als Ausgangspunkt des Aufstands gegen den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad vor sieben Jahren.

dop/dpa



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stefan.p1 05.07.2018
1. Krieg ist brutal
warum versuchen die Unterstützer nicht , die Rebellen zum Aufgeben zu bewegen - gewinnen können sie eh nicht mehr? Gerecht oder nicht , in Mossul hat die westliche Allianz auch wenig Rücksicht genommen! Und Humanitärer wäre es auf jeden Fall.
freddygrant 05.07.2018
2. Was wollen ...
... Assad und seine russischen Protektionisten anderes machen als die Rebellen miltärisch in die Schranken zu weisen und die nationale Einheit Syriens wieder herstellen?Viele Staaten - und besonders der Westen - haben die Unterstützung der Rebellen in Syrien und damit den Bürrerkrieg dort im wesentlichen zu verantworten und wollen aus oekonomischem und politischem Eigennutz die Schwächung Syriens weiter beibehalten.
Anklaw1965 05.07.2018
3. Mehr als 600 Angriffe an einem Tag
So schneller der Krieg beendet wird , so schnelle können die Syrer zurück gehen , natürlich mit dem Unterstützung für aufbau vom Infrastruktur
PeaceNow 05.07.2018
4. So so, da haben wir sie also wieder, die
Aktivisten? Rebellen? Oppositionelle? Im Westkessel von Daraa ist fast nur der der IS und Al Nusra und im aktuell durch die Offensive der SAA rapide zusamenschrumpfenden Ostkessel von Daraa sitzt fast nur noch Jabat al Nusra, Basri Al Sham und HTS (Haiʾat Tahrir asch-Scham), die übrigens ALLE von der UN als Terrororganisationen benannt werden. Sowie noch einige kleinere andere islamistische Terrorgruppen unter dem Sammelbegriff Southfront, die aus Marketingzwecken aber immer sobald eine Kammera auftaucht, mit den rot-weis-grünen Fahnen der sog. (und inzwischen real fast nirgends mehr in Syrien existenten) FSA (Free Syrian Army) herumwedeln. Kann uns daher bitte SPON plausibel erklären warum diese eindeutigen Terrorgruppen immer noch als Rebellen, Optosittionelle und Aktivisten maskiert und verharmlost werden?
hdwinkel 05.07.2018
5. Kämpfe im Süden
Die Kämpfe im Süden sind komplett sinnlos. Die noch am ehesten als 'moderat' zu nennende Rebellen/lokale Milizen sind bereits zu den syrischen Regierungstruppen übergelaufen. Wer da jetzt noch kämpft ist die IS Konkurrenz. Dazu kommt die Aussage des US Militärs, daß die Kämpfenden mit keiner US Unterstützung rechnen können. Die beste Lösung scheint noch zu sein, die kämpfenden Islamisten zu ihren Brüdern im Geiste in den Nordwesten ausreisen zu lassen, damit die Bevölkerung wieder einigermaßen zivilisiert leben kann. Vielleicht sollte man wirklich mal ein ernsteres Wort mit den Unterstützerstaaten Saudi-Arabien und VAE reden, deren Unterstützung der Islamisten einzustellen.
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