Bürgerkrieg Vier Millionen Syrer flüchteten ins Ausland

Der Bürgerkrieg in Syrien hat inzwischen mehr als vier Millionen Menschen dazu gebracht, ihr Land zu verlassen. Laut Uno hat seit über 20 Jahren kein Konflikt mehr so viele Frauen, Kinder und Männer in die Flucht getrieben.

Syrische Flüchtlinge an der Grenze zur Türkei: Vier Millionen Menschen in vier Jahren
AFP

Syrische Flüchtlinge an der Grenze zur Türkei: Vier Millionen Menschen in vier Jahren


Die Zahl der syrischen Kriegsflüchtlinge im Ausland ist nach Uno-Angaben auf mehr als vier Millionen gestiegen - rund eine Million mehr als vor zehn Monaten. Mindestens 7,6 Million weitere Menschen seien im fünften Jahr des syrischen Bürgerkrieges Vertriebene im eigenen Land. Das teilte das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) am Donnerstag in Genf mit.

Die Marke von drei Millionen syrischen Flüchtlingen war erst im August vergangenen Jahres überschritten worden. Für den starken Anstieg sorgte vor allem die Ankunft zahlreicher neuer Flüchtlinge in der Türkei, wie das UNHCR mitteilte. Bis Ende des Jahres rechnet die Uno mit insgesamt 4,27 Millionen syrischen Flüchtlingen.

UNHCR-Chef António Guterres erklärte, es handele sich um die größte Zahl von Flüchtlingen aus einem einzigen Konflikt seit einer Generation. "Diese Menschen benötigen die Hilfe der Welt, doch statt sie ausreichend zu bekommen, leben sie unter schrecklichen Bedingungen und sinken weiter in die Armut", beklagte er. Nach Angaben einer Sprecherin hatte das Flüchtlingswerk zuletzt im Jahr 1992 rund 4,6 Millionen Flüchtlinge aus Afghanistan versorgt.

Die UNHCR fordert für dieses Jahr 5,5 Milliarden Dollar zur Unterstützung syrischer Flüchtlinge. Bisher ist nur knapp ein Viertel dieser Summe sichergestellt. Das Welternährungsprogramm musste zuletzt bereits die Essensportionen wegen fehlender Gelder reduzieren.

Seit sich zunächst friedliche Proteste gegen Machthaber Baschar al-Assad im Frühjahr 2011 zu einem Bürgerkrieg ausweiteten, sind in Syrien mehr als 230.000 Menschen getötet worden.

ler/AFP



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