Krieg in Syrien Berichte über erneuten Giftgasangriff

Bei Kämpfen im Nordwesten Syrien soll giftiges Chlorgas eingesetzt worden sein. Das berichten übereinstimmend Organisationen. Neun Menschen sollen verletzt worden sein.

"Weißhelme" im Einsatz (Archivaufnahme)
Syria Civil Defence/ZUMA/DPA

"Weißhelme" im Einsatz (Archivaufnahme)


Beweise gibt es bislang noch nicht, aber die syrische Rettungsorganisation Weißhelme berichtet von einem erneuten Giftgasangriff. Im umkämpften Nordwesten des Landes sei Chlorgas eingesetzt worden. In der von Rebellen besetzten Stadt Sarakeb sollen neun Menschen bei dem Angriff verletzt worden sein, darunter auch drei Helfer der Weißhelme.

Auch die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete, dass mehrere Zivilisten nach einem Luftangriff der syrischen Regierung unter Atemnot gelitten hätten. Fünf Zivilisten seien ins Krankenhaus eingeliefert worden, nachdem Hubschrauber der Regierung mehrere Viertel von Sarakeb angegriffen hätten. Die Organisation stützt sich auf ein Netzwerk von Informanten in Syrien. Ihre Angaben sind von unabhängiger Seite schwer zu überprüfen, haben sich in der Vergangenheit aber häufig als wahr erwiesen.

Erst am Donnerstag hatte US-Verteidigungsminister James Mattis das syrische Regime unter Präsident Baschar al-Assad beschuldigt, weiterhin Chemiewaffen zu produzieren und einzusetzen, wie US-Medien berichteten.

Das syrische Außenministerium wies die Anschuldigungen in einer Stellungnahme an die staatliche Nachrichtenagentur Sana zurück. Man habe die gesamten Chemiewaffenbestände der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) übergeben, hieß es.

Syrien war nach einem früheren Giftgasangriff 2013 unter starkem internationalem Druck der OPCW beigetreten und hatte der Vernichtung seiner Chemiewaffenbestände zugestimmt. Bis jetzt ist aber unklar, ob Syrien tatsächlich alle Bestände der OPCW übergeben hat.

Chlorgas fällt jedoch nicht unter die verbotenen Chemiewaffen, da es für zivile Zwecke genutzt werden darf. Allerdings ist der Einsatz als Waffe verboten.

als/dpa



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parisparis 05.02.2018
1. das gute ist...
.. unsere NATO-Invasionstruppen, sei es offen (Türkei an der Nordgrenze) oder verdeckt (USA-von Nord-ost bis Süd-westen), nutzen nur Drohnen, Bomber, Schützen-Panzer, Boden-Boden Raketen, Kampfpanzer, ab und an auch cruise missiles, aber vor allem Gewehre, Pistolen und Minen um endlich nach 6 Jahren die Region von unseren Verbündeten der YPG zu befreien. Wichtig auch an der Stelle - unser ernst gemeinter Dualismus. Die Türken kriegen gebrauchte Leopard 2 Panzer, die YPG hingegen "Milan" Panzerabwehrraketen nebst Ausbildung durch die Bundeswehr. Niemand kann uns vorwerfen, da parteiisch zu sein. Oder?
seine-et-marnais 05.02.2018
2. Es soll.......
Die Weisshelme stehen der Syrischen Befreiungsarmee nahe. Und die, vom Westen unterstützt dient nur noch als Hilfsarmee für die Türkei. Und die Türkei geht gegen die von den Amerikanern unterstützten Kurden vor. Man sollte endlich aufhören mit 'es soll' zu spekulieren, denn letztlich verlieren alle, vor allem die syrische Zivilbevölkerung. Aber statt einen Ausgleich zu suchen wird da offensichtlich immer wieder versucht das Feuer weiter in Gang zu halten. Man erkläre mir bitte warum die von den Amerikanern unterstützten Kurden die definitif geholfen haben die IS-Dschihadisten zu besiegen nun von den von Amerikanern unterstützten Befreiungsarmeelern und dem NATO-Mitglied Türkei angegriffen werden, vor allem da doch Erdogan ansonsten gut mit Putin kann. In diesem Wirrwarr nun wieder eine 'Giftgasfront' zu eröffnen ist der reine Schwachsinn. Man hat den Eindruck eine Aktion 'Verbrannte Erde' soll in Syrien jeden möglichen Kompromiss verhindern. In wessen Interesse?
bruno_67 05.02.2018
3. Qui bono ?
Erst am Donnerstag hat Trump wieder mal Syrien vor dem Einsatz von Chemiewaffen gewarnt und weitere Militäraktionen nicht ausgeschlossen, um Assad von Angriffen abzuhalten oder ihn zu bestrafen. http://www.handelsblatt.com/politik/international/usa-aeussern-verdacht-syrien-soll-weiter-chemiewaffen-entwickeln/20919636.html Und genau fünf Tage später vermeldeen ausgerechent die Weißhelme und die oppositionsnahe Syrische 1-Mann Beobachtungsstelle aus London promt einen Chemiewaffeneinsatz mit den obligatorischen Bildern der Weißhelme. Wird die Öffentlichkeit wirklich für so ignorant gehalten, dass sie nicht merken soll, dass da im Zeitablauf ein gewisser Zusammenhang bestehen könnte ? Das erinnert sehr an die Befreiung von Aleppo, wo kurz vor der endgültigen Niederlage der Dschihadisten die gleichen vorwürfe auftauchten. Anscheinend ist deren Lage in Idlib mittlerwiele auch kritisch, so dass zumindest medial nochmal aufmunitioniert wird.
HeisseLuft 05.02.2018
4. Hä?
Zitat von parisparis.. unsere NATO-Invasionstruppen, sei es offen (Türkei an der Nordgrenze) oder verdeckt (USA-von Nord-ost bis Süd-westen), nutzen nur Drohnen, Bomber, Schützen-Panzer, Boden-Boden Raketen, Kampfpanzer, ab und an auch cruise missiles, aber vor allem Gewehre, Pistolen und Minen um endlich nach 6 Jahren die Region von unseren Verbündeten der YPG zu befreien. Wichtig auch an der Stelle - unser ernst gemeinter Dualismus. Die Türken kriegen gebrauchte Leopard 2 Panzer, die YPG hingegen "Milan" Panzerabwehrraketen nebst Ausbildung durch die Bundeswehr. Niemand kann uns vorwerfen, da parteiisch zu sein. Oder?
1. Die "NATO-Invasionstruppen" einschließlich der USA versuchen die Gegend von den Verbündeten der YPG zu befreien? Das soll genau wer sein? Die YPG sind Bestandteil der SDF. Dass diese von den USA bekämpft würden wäre mir neu. Sonst haben die YPG respektive PYD dort keine Verbündeten bis auf die ferne USA, ist ja ihr Problem. 2. Die YPG hat von der Bundesrepublik keine Milan erhalten. 3. Es geht im Artikel um einen erneuten Chemiewaffenangriff - der mal gerade Null mit den von ihnen genannten Parteien zu tun hat. 4. Er und all die anderen Scheußlichkeiten liefern aber sehr gute Gründe, dort tatsächlich einzuschreiten. Und all die Irren, angefangen von Al-Nusra über Assad bis zum IS dort rauszuwerfen.
fd2fd 05.02.2018
5. Wie immer fehlen die Beweise
Reine Spekulation. Verzerrte Berichterstattung!! Am Wochenende wurde genau dort ein russisches Kampfflugzeug durch ein MANPAD abgeschossen! Da werden garantiert derzeit keine Hubschrauber fliegen. Hauptsache den Blödsinn der Weißhelme nachtippen! Die haben aber scheinbar dazugelernt und geben plötzlich auch eigene "Verletzte" durch Giftgasangriffe an. In vorigen Berichten waren die "Retter" gerne in Sandalen und T-Shirt unterwegs, nach wenigen Minuten am Tatort, aber hatten NIE irgendwelche Atem- oder Hautprobleme...
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