Syrien Beobachter melden Start von Assads Bodenoffensive

Bodentruppen des syrischen Regimes rücken auf Stellungen der Rebellen im Westen des Landes vor, so berichten es Aktivisten. Die russische Luftwaffe unterstützt die Operationen von Assads Soldaten, sie fliegt Angriffe auf Hama und Idlib.


Im Westen Syriens haben Regierungstruppen und ihre Verbündeten laut einem Bericht von Aktivisten eine Bodenoffensive gegen Rebellen gestartet. Unterstützt wurden sie den Berichten zufolge von der russischen Luftwaffe. Das meldet die Syrische Beobachterstelle für Menschenrechte. Mindestens vier Stellungen der Aufständischen seien angegriffen worden. Zudem fliege die russische Luftwaffe massive Angriffe in den beiden benachbarten Provinzen Hama und Idlib.

Die Beobachterstelle bezieht ihre Informationen aus dem Bürgerkriegsland aus einem Netz an Informanten. Die Angaben haben sich jedoch in der Vergangenheit als verlässlich herausgestellt.

Laut einem Bericht des "Guardian" hält sich in der Provinz Idlib eine Allianz von Aufständischen auf, darunter moderate und radikale Kämpfer der Nusra-Front und anderer islamistischer Gruppen, die das syrische Militär unter Druck setzen. In der Gegend sei laut Beobachterstelle auch mit Boden-Boden-Raketen, die etwa von Lkw aus abgeschossen werden und auf Ziele am Boden ausgerichtet sind, angegriffen worden.

Zuletzt hatte die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf libanesische Insider berichtet, dass die syrische Armee mit Unterstützung iranischer Soldaten, der libanesischen Hisbollah-Miliz und der russischen Luftwaffe eine großangelegte Offensive vorbereite.

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IS und Bürgerkrieg: Beginn der Bodenoffensive?
Russland hat am 30. September mit Luftangriffen auf Syrien begonnen. Offiziell um die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) zu bekämpfen. Bisher schlugen ein Großteil der russischen Bomben aber im Westen des Landes ein - in Gebieten, in denen sich der IS gar nicht befindet. Russland bombardiert demnach, um den Kämpfern von Baschar al-Assad gegen die syrischen Rebellen zu helfen.

Die US-Kampfjets dagegen greifen in den Konflikt zwischen Assad-Gegnern und Assad-Anhängern nicht ein.

Die unterschiedlichen Vorgehensweisen sollen nun offenbar abgestimmt werden: Das russische Militär hat sich bereit erklärt, mit den USA über eine engere Koordination in dem Bürgerkriegsland zu sprechen. Das sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Moskau. Seine Aussagen ließen aber offen, wie weit die Absprachen gehen sollen. Bislang gibt es zwischen Russen und Amerikanern nur Kontakte auf unterer Ebene, um Zwischenfälle bei den Einsätzen zu vermeiden.

Klicken Sie, um die Karte mit den russischen und die Karte mit den amerikanischen Angriffen zu sehen.

vek/Reuters/dpa



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politik-nein-danke 07.10.2015
1. Was jetzt kommt ist klar wie Kloßbrühe
Die Amerikaner liefern Stingerraketen und Waffen an die "Verbündeten" und wundern sich dann wenn die in 5 Jahren bei einer neuen Al-Kaida auftauchen.
Karl10 07.10.2015
2. Einer
Einer muss gewinnen, egal wer; damit der ganze Mist nicht zu uns rüberschwappt.
crma 07.10.2015
3. also
Wenn das stimmt und Russland in nicht mehr als einer Woche eine derartige Grundlage geschaffen hat muss man sich allerdings fragen, was vor allem im vergangenen Jahr schief gelaufen ist. Schauen wir, wie es weiter geht, die Hoffnung stirbt zuletzt...
spon-facebook-10000225448 07.10.2015
4. Moderate und Radikale
Erstens einmal sind die "moderaten" Rebellenkräfte so gut wie nicht mehr vorhanden und zweitens: Sind denn Islamisten der Al-Nusra Front (Al-Quaida) und andere radikale Islamistische Kräfte keine legitimen Ziele? Und wenn es wirklich noch "moderate" Rebellen gibt, was haben diese dann mit der Al-Quaida zu schaffen bzw. kämpfen mit diesen Kräften zusammen? ;) Die Kurden tun das auch nicht, im Gegenteil, sie kämpfen mittlerweile zusammen mit den Regierungstruppen. Das sollten sie evtl. auch einmal erwähnen. Und zu guter letzt: Die "syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte"...das sie sich immer noch trauen diesem Propagandabüro mit Adresse in London hier als "verlässliche Quelle" zu nennen grenzt schon an totalem Realitätsverlust oder glauben sie, die Menschen kaufen ihnen den Murks noch ab?
ofelas 07.10.2015
5. Ist doch klar
Strategisch ist die Ausrichtung klar: 1. Alles was innerhalb des Einflussgebietes wird zuerst angegangen, danach die Front begradigt. 2. Zugang Mittelmeer/Libanon/Irak wird komplet freigeschaufelt 3. Die Al Nusra in den Golanhoehen wird als letztes angegangen, die koennen dann nur ueber den Westen ausbrechen 4. Die IS hat weite Teile der Wueste, entlang der Hauptwasseradern werden diese dann bekaempft aber bis dahin hat Assad die strategische Position sicher, die Allianz mit Iran gesichert und Russland einen Zugang zum Mittelmeer
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