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10. September 2018, 08:01 Uhr

Syrienkrieg

Bomben auf Idlib, Gespräche in Genf

Im Norden Syriens bombardiert die Armee des syrischen Machthabers Baschar al-Assad die letzten Rebellengebiete. Die Uno warnt zu Beginn neuer Friedensgespräche vor einer "schrecklichen und blutigen Schlacht".

Nach den Angriffen auf die Region Idlib am Wochenende kommen in Genf der Uno-Vermittler für Syrien, Staffan de Mistura, sowie Vertreter aus Russland, Iran und der Türkei zu Beratungen zusammen.

Nach Uno-Angaben wird de Mistura am Montag zunächst Einzelgespräche mit den Delegationen führen. Am Dienstag soll dann ein gemeinsames Treffen mit allen Vertretern folgen.

Am Samstag und Sonntag trafen nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte weit mehr als 150 Bombardements den Süden der Provinz Idlib sowie den Norden der angrenzenden Region Hama. Die syrische Luftwaffe warf dabei Fässer mit Sprengstoff ab. Dazu gab es Beschuss mit Artillerie und Raketen.

Zuvor war es der Türkei am Freitag bei einer Konferenz in Teheran nicht gelungen, die Syrien-Verbündeten Russland und Iran von einer Waffenruhe in Idlib zu überzeugen. Idlib ist das letzte große Rebellengebiet in Syrien. Die Regierung hatte dort in den vergangenen Wochen ihre Truppen zusammengezogen und mit einer Offensive gedroht.

Deutsche Beteiligung an US-Angriffen auf Assad unwahrscheinlich

Die Vereinten Nationen, mehrere Regierungen und Hilfsorganisationen befürchten im Falle einer Großoffensive eine neue humanitäre Katastrophe. In der Region leben der Uno zufolge rund drei Millionen Zivilisten, fast die Hälfte davon sind Vertriebene. "Die Gefahr ist groß, dass eine Schlacht um Idlib eine schreckliche und blutige Schlacht wird", sagte de Mistura am Freitag vor dem Uno-Sicherheitsrat.

Ebenfalls am Freitag hatte US-Präsident Donald Trump auf einer Auslandsreise gesagt, die USA erwögen, bei einem erneuten Giftgaseinsatz durch das Regime von Machthaber Baschar al-Assad auch selbst erneut Waffengewalt einzusetzen.

Es gibt auch Anfragen der USA bei der Bundesregierung, inwieweit die Bundeswehr an einer solchen Attacke beteiligt werden können. Eine Antwort aus Berlin steht dazu offenbar noch aus. Die Haltung der Bundesregierung ist, sich an keinem Einsatz ohne einen Nachweis eines Giftgasgebrauchs durch die unabhängigen Prüfer der OPCW zu beteiligen.

cht/dpa

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