Krieg in Syrien China will enger mit Assads Armee kooperieren

Die chinesische Armee will die Zusammenarbeit mit Syriens Militär vertiefen. Bei einem Treffen in Damaskus einigten sich beide Seiten auf die Lieferung von Hilfsgütern durch die chinesischen Streitkräfte.

Chinesische Militärs
AFP

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China will die militärische Zusammenarbeit mit Syriens Regierung ausbauen, die in einen Bürgerkrieg verwickelt ist. Die Armeen beider Staaten hätten traditionell freundschaftliche Beziehungen, sagte Guan Youfai von der Zentralen Militärkommission bei einem Besuch in Damaskus. Das berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua.

Demnach traf der für internationale Beziehungen zuständige Offizier den syrischen Verteidigungsminister Fahad Dschassim al-Freidsch. Die Armee der Volksrepublik wolle den Austausch und die Zusammenarbeit mit der syrischen Armee vertiefen, wurde Guan zitiert. Demnach einigten sich beide Seiten auf die Lieferung von Hilfsgütern durch die Streitkräfte der Volksrepublik. Einzelheiten wurden nicht bekannt.

Die Staatsführung in Peking hatte bereits Diplomaten entsandt, um zwischen der Regierung in Damaskus und Vertretern der Opposition zu vermitteln.

Mehr als fünf Jahre nach Beginn des Bürgerkrieges stehen sich die Konfliktparteien aber weiter unversöhnlich gegenüber. Bei den Kämpfen sind Hunderttausende ums Leben gekommen. Millionen sind auf der Flucht. Heftig umkämpft ist zurzeit die Stadt Aleppo. Der Westen der Stadt wird von den von Russland unterstützen Regimetruppen gehalten. Den Osten Aleppos kontrollieren Aufständische. Anfang Juli haben Truppen des Regimes die letzte Versorgungsroute in den Osten der Stadt gekappt. Bis zu 300.000 Menschen sind von der Außenwelt abgeschnitten. Auch die Menschen im Westen der Stadt, schätzungsweise 1,2 Millionen, hätten kaum noch Strom und ausreichend Trinkwasser, heißt es.

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) richtete am Dienstag einen dramatischen Appell an die Konfliktparteien, die Kämpfe zu beenden. "Ständig gibt es Beschuss, mit Häusern, Schulen und Krankenhäusern in der Schusslinie. Menschen leben in einem Zustand der Angst. Kinder sind traumatisiert. Das Ausmaß des Leidens ist immens."

Russische Langstreckenbomber starten derweil erstmals von der Luftwaffenbasis Hamadan in Iran aus Angriffe. Die Kampfjets sollen die Extremisten des "Islamischen Staats" (IS) und der Miliz Dschabhat Fatah al-Scham angreifen. Russland und Iran gelten als die engsten Verbündeten der syrischen Regierung unter Baschar al-Assad. Sie unterstützen sie militärisch, finanziell und politisch.

SPIEGEL TV Magazin

anr/Reuters

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Seite 1
Carabus 16.08.2016
1. Ja Super!
Damit ein weiterer Baustein, dass dieser Krieg nie enden wird und immer mehr vom Bürgerkrieg (angezettelt vom Assad-Regime) zum Stellvertreter-Krieg wird. Das kannten wir ja schon von den anderen Kriegen: Vietnam, Afganistan... Auf deren Altar wird die Zivilbevölkerung geopfert und Europa, das damit wenig zu tun hat, darf dafür die Flüchlingsströme aufnehmen und für den Wiederaufbau zahlen. Oder nimmt Russland, die USA oder China die jetzt auf oder bezahlt denn Wiederaufbau?
Carabus 16.08.2016
2. Ja Super!
Damit ein weiterer Baustein, dass dieser Krieg nie enden wird und immer mehr vom Bürgerkrieg (angezettelt vom Assad-Regime) zum Stellvertreter-Krieg wird. Das kannten wir ja schon von den anderen Kriegen: Vietnam, Afganistan... Auf deren Altar wird die Zivilbevölkerung geopfert und Europa, das damit wenig zu tun hat, darf dafür die Flüchlingsströme aufnehmen und für den Wiederaufbau zahlen. Oder nimmt Russland, die USA oder China die jetzt auf oder bezahlt denn Wiederaufbau?
micromiller 16.08.2016
3. Bleibt zu hoffen
dass diese neue Konstellation ein schnelleres Ende des Leidens bringt. Nato und USA haben zu lange mit den vielen Alternativen gespielt, leider immer zu Lasten der Zivilbevölkerung.
syssifus 16.08.2016
4. Endlich
Es ist an der Zeit,dass das wirtschaftlich so starke China auch als Ordnungsmacht auf seinem Kontinent auftritt.
Zaunsfeld 16.08.2016
5.
Tja, da sind ja die großen Diktaturen dieses Planeten brüderlich vereint dabei, die halbe syrische Bevölkerung auszulöschen. Und die Putin-Fans jubeln dem Treiben auch noch zu.
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