Verstärkte Hilfe für syrische Rebellen: Saudi-Arabien liefert Waffen per Luftbrücke

Rebellen in Aleppo: Saudi-Arabien liefert ihnen mit CIA-Unterstützung Waffen Zur Großansicht
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Rebellen in Aleppo: Saudi-Arabien liefert ihnen mit CIA-Unterstützung Waffen

Saudi-Arabien verstärkt seine Rüstungslieferungen an syrische Rebellen. Nach US-Medienberichten werden die Waffen von Kroatien über eine Luftbrücke ins Land geschleust. Die CIA soll dafür sorgen, dass die richtigen Kämpfer unterstützt werden - und nicht Ableger von al-Qaida.

Die Verbündeten der syrischen Opposition haben ihre Waffenlieferungen an die Rebellen ausgeweitet. Seit November 2012 werden regelmäßig Waffen auf jordanischen, saudi-arabischen und katarischen Frachtflugzeugen in die Türkei gebracht. Dies berichtet die "New York Times".

Per Luftbrücke werden in Kroatien eingekaufte Waffen auf den Esenboga Flughafen bei Ankara eingeflogen. Von dort werden sie auf Lastwagen nach Syrien gebracht. Insgesamt sollen bereits über 160 Frachtflüge absolviert worden sein, auch zu anderen türkischen und jordanischen Flughäfen. Nach Schätzungen eines Militärexperten entspräche dies mindestens 3500 Tonnen Militärausrüstung.

Verantwortlich für die Waffeneinkäufe sind dem Bericht nach Saudi-Arabien und Katar. Allerdings helfen die türkische, jordanische und amerikanische Regierung den Golfstaaten bei der Auslieferung. So soll der US-Auslandsgeheimdienst CIA Saudi-Arabien die Araber beraten, welche Rebellengruppen sie erhalten sollen.

Aufstieg von Qaida-Verbündeten bereitet dem Westen Sorgen

Washington ist nervös angesichts des Aufstiegs der radikal-islamistischen Gruppe Dschabhat al-Nusra in Syrien. Die US-Regierung scheint ihr Engagement daher zunehmend auszuweiten, um dieser Entwicklung entgegenzusteuern. Besonders Israel bereiten die neuen Dschihadisten direkt an seiner Grenze große Sorgen.

Mit den Waffenlieferungen sollen die sekulären Rebellengruppen Syriens gestärkt werden. Sie stellen zwar die Mehrheit der Opposition, sind allerdings deutlich weniger schlagkräftig als die erfahrenen Nusra-Kämpfer. Bei vielen der Radikalislamisten handelt es sich um Veteranen aus dem irakischen Bürgerkrieg und internationalen Dschihadisten.

Die USA haben die Nusra-Gruppe 2012 auf die Liste der Terror-Organisationen gesetzt. Sie gilt als Ableger von al-Qaida im Irak und hat inzwischen offenbar auch Verbindungen zur Qaida-Führung in Pakistan. Ex-US-Außenministerin Hillary Clinton berichtete kürzlich von vermehrter Kommunikation zwischen Pakistan und der Nusra-Führung.

Syriens Regime erhält Waffen von Iran und Russland

Die Golfstaaten haben bereits im Frühjahr 2012, nach der Offensive des syrischen Regimes gegen die Rebellen im Homser Stadtteil Bab Amr, vereinzelt Waffen an die Aufständischen geliefert. Diese Lieferungen sollen seit Ende 2012 nach den US-Präsidentschaftswahlen ausgeweitet worden sein.

Seit den verstärkten Waffenlieferungen haben die Rebellen in Syrien Fortschritte gemacht. Sie drängen die Assad-treuen Truppen zunehmend zurück auf das Machtzentrum des Regimes. Ein entscheidender Schlag in dem Zermürbungskrieg ist allerdings nicht absehbar. Das syrische Regime ist hochgerüstet. Zudem erhält es regelmäßig Waffenlieferungen aus Russland und Iran. Zuletzt hatte sich US-Außenminister John Kerry darüber beschwert.

Selbst liefern die USA den syrischen Rebellen keine Waffen. Jedoch wird sowohl in Washington als auch in Brüssel heftig darüber debattiert, die Rebellen doch auch selbst zu bewaffnen. Bisher beschränken die USA und die EU ihre Hilfe auf nicht-militärische Güter. Die Sorge ist groß, dass Waffen auch den Radikalislamisten in die Hände fallen könnten. Tatsächlich erwecken YouTube-Videos den Eindruck, dass manche der von den Saudis gelieferten Waffen auch bereits bei Nusra-Kämpfern angekommen sind.

ras

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insgesamt 86 Beiträge
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1. Die Minderheiten in Syrien werden vergessen
koala2 25.03.2013
Eine Unterstützung der Rebellen, die häufig Terroristen und Islamisten sind, ist ein Schritt in die falsche Richtung. Der Westen vergisst die großen christliche und schiitische Minderheiten, die nach einem Sturz der Regierung unter Todesgefahr schweben werden. Unklar ist auch, was die Rebellen/Terroristen mit den anderen Minderheiten, wie zum Beispiel den Kurden machen und den sunnitisch-arabischen Bevölkerungsteilen die auf der Seite der Regierung stehen. Wahrscheinlich schwebt mehr als die Hälfte der Bevölkerung im Falle eines Sieges der Terroristen/Rebellen in Lebensgefahr.
2. Die kalten Krieger...
matjeshering 25.03.2013
melden sich zurück. Für mich ist das nichts anderes als ein Stellvertreterkrieg, der über die alten Verhältnisse aus den kalten Jahren des letzten Jahrhunderts läuft. Russland hat aus geopolitischen und miliätischen Gründen das Regime nicht aufgegeben und die USA betreiben wiedereinmal eine Aufrüstung von Willigen über ihren Geheimdienst. Das war Jahrzehnte lang in Afrika so, in Asien und zuletzt z.B. in Afganistan. Wann hört dieser Schwachsinn endlich auf?
3.
stromer888 25.03.2013
heute werden von den usa (cia) die "richtigen" rebellen unterstützt und morgen werden sie als die "bösen" bezeichnet, damit wieder ein krieg begonnen werden kann. politik ist doch ein wirklich schmutziges geschäft ....
4. deutsche exporte stärken !!!
mmt 25.03.2013
warum liefert deutschland keine waffen? am besten an beide seiten. so könnten wir die iranische rüstungsindustrie schwächen und uns gleichzeitig bei assads feinden beliebt machen. bezahlen lassen wir uns das ganze von unseren freunden in den usa und von russland. wenn ost und west sich streiten, freut sich die mitte. genial!
5. So oder so..
matjeshering 25.03.2013
Zitat von koala2Eine Unterstützung der Rebellen, die häufig Terroristen und Islamisten sind, ist ein Schritt in die falsche Richtung. Der Westen vergisst die großen christliche und schiitische Minderheiten, die nach einem Sturz der Regierung unter Todesgefahr schweben werden. Unklar ist auch, was die Rebellen/Terroristen mit den anderen Minderheiten, wie zum Beispiel den Kurden machen und den sunnitisch-arabischen Bevölkerungsteilen die auf der Seite der Regierung stehen. Wahrscheinlich schwebt mehr als die Hälfte der Bevölkerung im Falle eines Sieges der Terroristen/Rebellen in Lebensgefahr.
egal wer am Ende gewinnt. Es trifft die andere Hälfte der Bevölkerung. Ob den Zusammenschluss der Assag-Stützenden Minderheiten, oder die Rebellen. Das grösste Problem der Menscheit ist der nationale archaiische Egoismus der Völker. Die UNO ist auch noch nicht viel weiter als der Völkerbund seinerzeit. Wenn es dort im Sicherheitsrat nicht funktioniert werden wieder die Geheimdienste losgeschickt. Verlierer sind am Ende alle Betroffenen in den Ländern in den Konflikt-Ländern und Regionen. Und nicht zuletzt die ganze Menschheit.
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