Bürgerkrieg in Syrien Dutzende Tote bei Luftangriff der Regierung auf Aleppo

Nach Angriffen des syrischen Regimes auf Aleppo sind erneut Dutzende Menschen getötet worden. Kampfflugzeuge beschossen die Stadt mit Fassbomben.

Ein junger Mann rettet seine Schwester: Mindestens 50 Menschen starben bei erneuten Angriffen
AP

Ein junger Mann rettet seine Schwester: Mindestens 50 Menschen starben bei erneuten Angriffen


Bei Luftangriffen des syrischen Regimes auf Aleppo sind nach Angaben von Aktivisten 53 Menschen getötet worden. Wie die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte, bombardierten Kampfflugzeuge von Mittwoch bis Donnerstag mehrere von den Rebellen gehaltene Stadtteile mit Fassbomben.

Unter den Toten waren demnach 15 Kinder und Frauen. Mehrere Zivilisten wurden zudem schwer verletzt, wie der Leiter der Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman, der Deutschen Presseagentur sagte.

Die Angaben der Beobachtungsstelle lassen sich nicht überprüfen, sie bezieht ihre Informationen aus einem Netz von Informanten in Syrien. In der Vergangenheit hatten sich die Angaben der Aktivisten als äußerst zuverlässig erwiesen.

Die Angriffe kamen, nachdem Rebellen am Dienstag von der Regierung kontrollierte Viertel beschossen hatten. Dabei wurden 38 Menschen getötet, darunter auch Kinder, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete.

Aleppo zählt zu den am stärksten umkämpften Städten in Syrien. Die Kämpfe brachen dort 2012 aus, seitdem ist die Stadt zwischen dem Regime und den Rebellen aufgeteilt.

Die Truppen von Baschar al-Assad setzen nach Erkenntnissen von Menschenrechtlern regelmäßig Fassbomben gegen Aufständische ein. Dabei handelt es sich um Metallbehälter, die mit Sprengstoff und Metallteilen gefüllt sind. Sie sind international geächtet.

kbl/dpa



Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 70 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
redbayer 17.09.2015
1. In Foren mit syrischen Beteiligten
wird die Vermutung geäußert, dass sich Assad durch die erhöhte russische Präsenz wieder stark fühlt und nun per Bomben die letzten "Widerstands-Syrer" aus dem Land treiben will. Die Situation sei günstig, da sich inzwischen mehrere Millionen (ehemals) Syrer aus Jordanien, dem Libanon und der Türkei alle in Richtung Deutschland begeben, um dort eine neue "syrische Enklave" zu bilden.
joes.world 17.09.2015
2. Und Putin will, dass wir mit dem Schlächter Assad gemeinsam gegen die IS kämpfen.
Das zeigt wie unmenschlich Putin ist. Es zeigt, wie verlogen Merkel ist. Wenn sie von Flüchtlingen spricht. Die, die es aus Assads Hölle geschafft haben, bekommen von uns - erst versprochen, noch nicht ausgezahlt - 10 Millionen! Merkel tut auf kümmern. Redet von Hilfe. Aber ihre Taten zeigen ihr Desinteresse. Fairer Weise muss man sagen, gilt ähnliches für den franzosen und andere EU Leute. Und wer sagte, dass die EU Länder 1% ihres Budgets für die Flüchtlingslager ausgeben sollten? Orban tat dies. Merkel unterstütze das nicht. Sie lässt sich lieber als die Gute feiern. Oder ihre Willkommenskultur. Die spielt sich zwischen Salzburg und Freilassing so ab: Flüchtlinge in Salzburg wollen nach Bayern. Österreich bietet Bahnen an. Deutschland sagt nein. Worauf tausende im Regen 5 Km zur Grenze gehen. Wo sie dann 12 - 24 h in der Schlange zum registrieren warten müssen. Hört nicht auf die Politiker die schön reden. Es zählen ausschließlich ihre Taten. Wie hilft Merkel dem verrußten Mädchen? Wie den anderen Kindern?
angste 17.09.2015
3.
"Die Angriffe kamen, nachdem Rebellen am Dienstag..." Zur Erinnerung: " Nach Informationen von UNICEF Syrien wurden am 15. September bei Angriffen mit Granatwerfern auf zivile Gegenden in Aleppo mindestens 19 Kinder getötet. Darunter waren auch sechs Kinder, die sich in einem von UNICEF unterstützten Kinderzentrum aufhielten, einem sogenannten „Kinderfreundlichen Ort“. UNICEF verurteilt diesen Angriff scharf. Die Leiterin von UNICEF Syrien, Hanaa Singer, erklärte in Damaskus: „Die Kinderfreundlichen Orte ermöglichen es Kindern zu spielen, einfach Kind zu sein und – zumindest für eine kurze Zeit – den Horror des Kriegs zu vergessen. Sie dürfen niemals Ziel von Angriffen sein." http://www.unicef.de/presse/2015/statement-aleppo/87940
hdudeck 17.09.2015
4. wuste bis jetzt nicht, das man mit
Bomben schiessen kann, dachte immer, das Bomben nur fallen koennen. Dank SPON lernt man doch immer wieder was neues.
errare_humanum_est 17.09.2015
5. Assad tötet sein Volk...
und die Welt schaut zu.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.