Syrien Dutzende Zivilisten bei Angriff auf IS getötet

Die Opfer sind angeblich Flüchtlinge aus dem Irak: Bei zwei Luftangriffen der von den USA angeführten Koalition auf ein IS-Gebiet in Syrien kamen nach Angaben von Aktivisten mehr als 30 Zivilisten ums Leben.

Soldat vor dem syrischen Grenzort Albu Kamal
REUTERS

Soldat vor dem syrischen Grenzort Albu Kamal


Die US-geführte Koalition gegen die Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) soll bei zwei Luftangriffen gegen die Extremisten in Syrien mindestens 35 Zivilisten getötet haben. Unter den Opfern seien auch Frau und Kinder, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Die Angaben aus dem Kriegsgebiet sind nur schwer überprüfbar, die Informationen der Beobachtungsstelle haben sich in der Vergangenheit aber häufig als richtig herausgestellt.

Im Osten des Landes kamen demnach 23 Menschen ums Leben, als Bomben den Ort Albu Kamal nahe der Grenze zum Irak getroffen hätten. Acht der Toten seien Kinder. Unter den Opfern seien auch Flüchtlinge aus dem Irak.

Bei einem Angriff auf einen Ort östlich der nordsyrischen IS-Hochburg Rakka seien zudem zwölf Frauen getötet worden, berichteten die Menschenrechtler weiter. Das IS-Sprachrohr Amak meldete 22 getötete Frauen, die in einem Auto unterwegs gewesen seien.

In den vergangenen Wochen hatten Aktivisten mehrfach zahlreiche zivile Opfer bei US-Luftangriffen gemeldet. So starben im März bei der Bombardierung des nordsyrischen Ortes Al-Dschinnah nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) 38 Menschen. Die USA hätten nicht ausreichend Vorsichtsmaßnahmen getroffen, um zivile Opfer zu vermeiden, hieß es in einem HRW-Bericht. Bombardiert worden sei ein Gebäude, das auch als Moschee genutzt worden sei.

Die internationale Koalition unterstützt im Norden Syriens eine Offensive der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) gegen den IS. Nach Angaben der Menschenrechtler sind die Angreifer noch rund vier Kilometer von der Grenze Rakkas entfernt. Die Stadt ist neben der nordirakischen Stadt Mossul die wichtigste Hochburg der Extremisten.

als/dpa

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