Waffenruhe in Syrien Erste Hilfslieferungen erreichen belagerte Stadt

Die Uno nutzt die Feuerpause in Syrien, um Hilfsgüter in eingekesselte Städte zu schicken. Die ersten Lastwagen erreichten nun ihr Ziel. Unterdessen beschießt die Türkei weiterhin Stellungen des IS.

Situation in Syrien
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Situation in Syrien


Die Waffenruhe in Syrien hat auch am dritten Tag in Folge weitgehend gehalten. Und so erreichten am Montag die ersten von insgesamt 50 Lastwagen die eingekesselte Stadt Muadamija im Südwesten der Hauptstadt Damaskus. Das teilte die Uno-Organisation für humanitäre Hilfe (OCHA) in Syrien mit.

Die Uno will die Feuerpause nutzen, um mehr als 150.000 Menschen in belagerten Gebieten in dem Bürgerkriegsland zu helfen. Generalsekretär Ban Ki Moon hatte das Aushungern von Menschen als Kriegsverbrechen bezeichnet. Derzeit sind Berichten zufolge Tausende Menschen vom Hungertod bedroht.

Die Feuerpause in Syrien war am Samstag in Kraft getreten. Die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) und die Nusra-Front sind von der Waffenruhe ausgenommen. Allerdings gab es auch am Montag Meldungen über Angriffe gegen Gruppen, die sich an der Vereinbarung beteiligen.

Die Opposition warf den von Moskau unterstützten Regimetruppen vor, das Abkommen nicht einzuhalten. Die Syrische Beobachtungsstelle berichtete, dass Einheiten von Machthaber Baschar al-Assad ein Dorf nahe Damaskus von islamistischen Rebellen erobert hätten. In der Region sind nach Rebellenangaben zwar auch vereinzelt Extremisten der Nusra-Front aktiv - kontrolliert werde das eingenommene Gebiet aber von Einheiten, die während der Feuerpause eigentlich nicht angegriffen werden dürften.

Artilleriebeschuss auf IS-Stellungen

Die türkische Armee setzte am Montag den Artilleriebeschuss auf Stellungen des IS in Syrien fort. Die Armee griff aus der Türkei Berichten zufolge Ziele nördlich der Stadt Aleppo an. Wie die türkische Nachrichtenagentur Dogan berichtete, waren die Angriffe mit der internationalen Anti-IS-Koalition unter Führung der USA abgesprochen.

Bereits am Sonntag habe das Militär rund 40 Mal unter anderem Lager und Raketenwerfer der Miliz beschossen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu. Die Armee bestätigte das zunächst nicht.

An der Grenze zur Türkei warten nach Angaben von Hilfsorganisationen immer noch Zehntausende auf Einlass. Der brüchigen Waffenruhe trauen sie nicht genug, um zurück in ihre Heimatregionen zu gehen.

brk/dpa/AFP/Reuters



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