Krieg in Syrien Erste Rebellengruppen verlassen Ost-Ghuta

Syrische Regierungstruppen haben im Kampf gegen Aufständische in Ost-Ghuta weitere Erfolge vermeldet: Hunderte Rebellen verließen offenbar umkämpfte Gebiete in der Region.

Bilder vom Abzug der Rebellen
DPA

Bilder vom Abzug der Rebellen


Die syrische Regierung kommt ihrem Ziel näher, den letzten Widerstand der Aufständischen im Gebiet von Ost-Ghuta zu brechen. Aus der schwer zerstörten und belagerten Stadt Duma strömen Berichten zufolge Tausende Zivilisten in die von der Armee kontrollierten Gebiete.

In der weiter südlich gelegenen Stadt Harasta zogen Hunderte Kämpfer der extremistischen Gruppe Ahrar al-Scham in Bussen ab. Sie hatten am Vortag die Aufgabe der Stadt gegen freies Geleit in das Gebiet Idlib ausgehandelt. Insgesamt sollen 1500 Kämpfer mit 6000 Familienangehörigen die Stadt verlassen.

Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums sind am Donnerstag mehr als 5000 Menschen aus Duma geflohen, der bevölkerungsreichsten Stadt im Gebiet von Ost-Ghuta.

Ost-Ghuta wird seit 2013 von Regierungstruppen belagert und mehrheitlich von islamistischen Rebellengruppen kontrolliert. In dem Kampfgebiet sollen 400.000 Menschen leben; die Uno und das Rote Kreuz versuchen, sie mit humanitären Lieferungen zu unterstützen.

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Die Extremistengruppe Dschaish al-Islam in Duma erklärte, sie sei entschlossen weiterzukämpfen, obwohl die syrische Armee mit Unterstützung Russlands bereits 70 Prozent von Ost-Ghuta eingenommen hat.

Das Gebiet östlich der Hauptstadt umfasst mehrere Städte und Ackerland. Die Extremisten beschossen von dort aus die Hauptstadt. Der Kampf um dieses Gebiet entwickelte sich zu den heftigsten Schlachten des seit sieben Jahren dauernden Bürgerkrieges.

Mit der Kapitulation der Ahrar al-Scham in Harasta bleiben noch Duma und eine Enklave mit den Städten Dschobar, Ein Terma, Arbin and Samalka in Ost-Ghuta unter Kontrolle von Rebellen. Ein Armeeoffizier forderte sie im staatlichen Fernsehen ebenfalls zur Kapitulation auf. "Wenn ihr nicht kapituliert, wird euch der Tod ereilen", drohte er.

mho/Reuters

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