Kämpfe in Syrien: Gewaltige Explosion - Regime gibt Rebellen Schuld
Von einer Waffenruhe in Syrien ist nichts mehr zu spüren: Aufständische melden Gefechte in mehreren Städten. Eine gewaltige Explosion erschütterte die Protesthochburg Hama. Laut Regierung ist eine "Bombenwerkstatt" der Aufständischen in die Luft geflogen.
Beirut/Damaskus - Nach einer gewaltigen Explosion in der Stadt Hama hat die amtliche syrische Nachrichtenagentur Sana Aufständische für die mindestens 16 Toten verantwortlich gemacht. Aufständische seien falsch mit Sprengstoff umgegangen, berichtete die Agentur am Donnerstag.
Die oppositionelle Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte erklärte, es sei unklar, worauf die Explosion vom Mittwoch zurückzuführen sei, und bat Uno-Beobachter, Ermittlungen aufzunehmen. Zunächst hatte die Organisation unter Berufung auf Augenzeugen erklärt, die Explosion sei durch den Beschuss Hamas durch Regierungstruppen ausgelöst worden. Auch die örtlichen Koordinationskomitees machten das Regime verantwortlich. Während die Beobachtungsstelle am Donnerstag von mindestens 16 Toten sprach, erklärten die Koordinationskomitees, Dutzende Menschen seien umgekommen.
Hama ist eine Hochburg des Aufstands gegen die Regierung von Präsident Baschar al-Assad. Regimegegner berichteten am Donnerstag, am Vortag seien landesweit 102 Menschen getötet worden - diese Zahl lässt sich jedoch nicht unabhängig bestätigen. Am Donnerstagmorgen soll es laut Aktivisten sieben weitere Todesopfer in den Provinzen Deir as-Saur, Aleppo und Homs gegeben haben.
Regime will einzelne Uno-Beobachter ablehnen
Die Mission der unbewaffneten Uno-Militärbeobachter, die zur Beobachtung der Waffenruhe nach Syrien geschickt worden sind, wird immer riskanter, da in dem Konflikt auch schwere Waffen eingesetzt werden. Offenbar attackieren die Truppen von Präsident Assad gar die von den Beobachtern besuchten Stadtteile mit gezielten Angriffen.
Nach den Berichten über das neue Blutbad in Hama wurden zwei Beobachter dauerhaft in die Stadt entsandt, so wie es vorher schon in Homs geschehen war. Nach Angaben eines Uno-Sprechers sollen, wenn die Zahl der Beobachter wächst, auch in den Provinzen Daraa und Idlib Uno-Beobachter permanent stationiert werden.
Außerdem behält sich die syrische Regierung vor, Beobachter aus Nationen abzulehnen, die dem Assad-Regime angeblich feindlich gesinnt sind. Von den angekündigten 300 Beobachtern sind bisher erst 15 im Land.
Am Dienstag war in der Ortschaft Duma bei Damaskus ein Helfer in einem Fahrzeug des syrischen Roten Halbmondes getötet worden. Die Uno-Beobachter benutzen gepanzerte Fahrzeuge, deren Transport nach Syrien mit großem Aufwand verbunden ist.
fab/dpa/dapd/Reuters
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