Syrien Feuerpause in Ost-Ghuta bringt Zivilisten keine Linderung

Der Waffenstillstand in Ost-Ghuta wird wiederholt gestört. Das macht es laut einem Uno-Vertreter unmöglich, den Zivilisten zu helfen. Bald könnten "mehr Menschen an Hunger sterben, als an Bombardierungen".

Zerstörung in Ost-Ghuta
DPA

Zerstörung in Ost-Ghuta


Seit Dienstag gilt im syrischen Rebellengebiet Ost-Ghuta eine tägliche mehrstündige Waffenruhe. Trotzdem hat sich die Lage der Zivilisten vor Ort nach Angaben des Uno-Nothilfekoordinators Mark Lowcock nicht verbessert.

Die Kämpfe hätten nicht aufgehört, sagte Lowcock dem Uno-Sicherheitsrat in New York. Die Vereinten Nationen stünden zwar bereit, um Bedürftige mit Hilfe zu versorgen und Verletzte und Kranke in Sicherheit zu bringen. Es seien bislang aber keinerlei Genehmigungen ausgestellt worden, in das Gebiet vorzudringen. Zudem seien fünf Stunden pro Tag nicht ausreichend, um einen Hilfskonvoi nach Ost-Ghuta zu bringen.

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In belagerten und schwer zugänglichen Gebieten Syriens konnten bislang nur rund 7200 Menschen mit humanitärer Hilfe versorgt werden, sagte Lowcock. Das seien deutlich weniger als im vergangenen Jahr.

Die geringe Anzahl sei dadurch zu erklären, dass die syrische Regierung nur ganz selten Genehmigungen herausgebe. "Wenn sich das nicht ändert, werden bald mehr Menschen an Hunger und Krankheiten sterben, als an Bombardierungen und Beschießungen."

Schon am ersten Tag der eigentlichen Feuerpause hatte es Meldungen gegeben, dass der Waffenstillstand nicht eingehalten werde. Ost-Ghuta ist eine der letzten verbliebenen Rebellenhochburgen in Syrien. Die Region hatte zuletzt die schlimmsten Angriffswellen seit Beginn des Bürgerkriegs erlebt.

aev/dpa



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