Syrien Uno-Flüchtlingskommissar Grandi warnt vor neuer Katastrophe

Die Zahl der Flüchtlinge und Vertriebenen steigt auf knapp 70 Millionen weltweit - ein neuer trauriger Rekord. Laut Uno-Flüchtlingskommissar Filippo Grandi könnten es noch mehr werden.

Filippo Grandi
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Filippo Grandi


Uno-Flüchtlingskommissar Filippo Grandi warnt vor einer Katastrophe in der nordsyrischen Provinz Idlib, einer der letzten Hochburgen der Rebellen gegen Machthaber Baschar al-Assad. "Idlib könnte die letzte Schlacht in diesem Krieg werden", sagte Grandi am Rande eines Besuchs bei Kanzlerin Angela Merkel.

Grandi befürchtet, dass es zu einer "großen humanitären Katastrophe" kommen könnte. Neben zahlreichen Aufständischen hielten sich in der Region nach wie vor Hunderttausende Zivilisten auf, so der Uno-Flüchtlingskommissar. "Das kann sehr schnell sehr blutig werden."

In seiner letzten Jahresstatistik zählte das Flüchtlingshilfswerk UNHCR 65,6 Millionen Flüchtlinge und Vertriebene weltweit - so viele wie noch nie seit Gründung der Organisation nach dem Zweiten Weltkrieg. Diese Zahl werde voraussichtlich weiter steigen, sagte Grandi - auf knapp 70 Millionen.

Beunruhigt ist UNHCR-Chef Grandi auch über die Situation in Bangladesch. Dort seien immer noch knapp eine Million aus Myanmar geflüchtete Rohingya gestrandet. Ein Abkommen über ihre Rückkehr sei nach wie vor nicht ausgehandelt, so der Uno-Flüchtlingskommissar, und nun beginne in Bangladesch die Regenzeit. Dies erschwere die Situation für die Menschen weiter.

"Die Welt bleibt in sehr besorgniserregendem Zustand", sagte Grandi.

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Setra22 23.04.2018
1. Ganz einfache Lösung...
Die Terroristen ergeben sich der gewählten Regierung oder ergreifen die Flucht und stellen den Kampf ein. Dann gibt es keinen Krieg oder keine Katastrophe.
muellerthomas 23.04.2018
2.
Zitat von Setra22Die Terroristen ergeben sich der gewählten Regierung oder ergreifen die Flucht und stellen den Kampf ein. Dann gibt es keinen Krieg oder keine Katastrophe.
In welchen Staaten, aus denen Menschen flüchten, gibt es denn eine legitim gewählte Regierung?
frankfurtbeat 23.04.2018
3. das ...
das gab es alles schon früher nur war man da nicht innerhalb von Stunden informiert. Letztendlich unterstützt Kapital aus diversen Gründen auch gerne Oppositionen und schürt damit Bürgerkriege. Nimmt das dann entsprechende Ausmaße an, findet man einen Grund dem Land "zu helfen" und sei es mittels regime change und hinterlassenem verbranntem Boden. Nicht vergessen - zuvor noch Knebelverträge über Rohstoffe und Waffen sowie zu guter letzt Zahlungsvereinbarungen für die Zukunft vereinbaren um die Kriegskosten einzufahren. In der freien Wirtschaft nennt man das business ...
vitalik 23.04.2018
4.
Zitat von muellerthomasIn welchen Staaten, aus denen Menschen flüchten, gibt es denn eine legitim gewählte Regierung?
Afghanistan ist so ein Beispiel oder? Auf der anderen Seite gibt es dutzende Länder mit nicht demokratischen Regierungen, wo die Menschen nicht direkt fliehen: China, Saudi Arabien, Russland usw. Was sagt uns das? Ich behaupte Mal, dass die Hauptfluchtursache der Krieg ist und man hier ansetzen sollte.
Fürstengruft 23.04.2018
5. Gute Idee, dass sich die Rebellen ergeben
Zitat von Setra22Die Terroristen ergeben sich der gewählten Regierung oder ergreifen die Flucht und stellen den Kampf ein. Dann gibt es keinen Krieg oder keine Katastrophe.
Diese Forderung erhebt aber der UN-Flüchtlingskommissar Grandi nicht. Die Rebellen weichen nur massiver Gewalt, wenn kein Stein mehr auf dem anderen steht. In der Vergangenheit war es so, dass Assad denen freies Geleit (inkl. Bustransport mit ihren Familien) in den Norden erlaubt hatte. Jetzt gibt es keinen weiteren "Norden" mehr. Das Schlimme daran ist, die bewaffneten Rebellen erlauben der Bevölkerung nicht die Flucht. Sie werden als menschliche Schutzschilde benötigt. Assad hat praktisch den bewaffneten Umsturzversuch seit 7 Jahren mit Hilfe der Russen und des Iran verhindert. Von der Politik hört man oft, es gäbe keine militärische Lösung. Die Praxis sieht aber so aus, dass es wohl doch bald eine gibt.
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