Syrien-Krieg Deutschland drängt EU zur Aufnahme weiterer Flüchtlinge

Wegen des Bürgerkriegs in Syrien sind Millionen Menschen auf der Flucht. Allein 40.000 von ihnen konnten in Deutschland unterkommen. Die schwarz-rote Regierung fordert nun andere EU-Länder auf, weitere Flüchtlinge aufzunehmen.

Flüchtlingskind im Libanon (Archivbild): Deutschland bittet EU-Länder um mehr Unterstützung bei Aufnahme von Flüchtlingen
AP

Flüchtlingskind im Libanon (Archivbild): Deutschland bittet EU-Länder um mehr Unterstützung bei Aufnahme von Flüchtlingen


Berlin - Bei der Debatte um die Aufnahme syrischer Bürgerkriegsflüchtlinge in Europa nimmt die schwarz-rote Koalition die anderen EU-Länder in die Pflicht: Nicht nur von Deutschland, auch von den anderen Mitgliedstaaten müsse hierzu ein "stärkeres Signal der Solidarität kommen". Dies geht aus einem gemeinsamen Brief von Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) und Innenminister Thomas de Maizière (CDU) hervor, der der Nachrichtenagentur dpa vorliegt.

Darin heißt es: "Die Weltgemeinschaft darf die Menschen aus Syrien nicht im Stich lassen." Die Bundesregierung habe sich bislang bereit erklärt, 25.000 Syrer aufzunehmen - sie hatte unlängst signalisiert, weitere Opfer des Bürgerkriegs aufnehmen zu wollen. Andere Länder sagten jedoch nur die Aufnahme von 8000 weiteren Flüchtlingen zu, wie aus dem Brief weiter hervorgeht.

Der Bürgerkrieg in Syrien dauert bereits mehr als drei Jahre an. Die Kämpfe haben seither mindestens 100.000 Menschen das Leben gekostet, wie die Vereinten Nationen schätzen. Kürzlich war in einem Bericht der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch davon die Rede, dass Rebellengruppen teilweise Minderjährige als Kindersoldaten einsetzen.

Seit die Unruhen im Frühjahr 2011 ausgebrochen waren, befinden sich Millionen Syrer auf der Flucht - das Uno-Flüchtlingswerk geht von mehr als zwölf Millionen aus. In Deutschland haben sich kürzlich Bund und Länder - auch angesichts des Elends in den Flüchtlingslagern - auf die Aufnahme von zusätzlich 10.000 Syrern geeinigt. Ungeachtet dessen hat Bundespräsident Joachim Gauck kürzlich zu einem generell großzügigeren Umgang mit Flüchtlingen auch in Deutschland aufgerufen.

daf/dpa



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insgesamt 9 Beiträge
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fathge 01.07.2014
1. Also:
Ja, Deutschland nimmt mehr Flüchtlinge als andere auf und daher ist es sogar legitim diese zu mahnen, dennoch sind das deutlich zu wenig... Wir suchen händeringend Arbeitskräfte: Da sind sie. Lasst sie sich integrieren amstatt ihnen nur Asyl zu gewähren: Es waere eine kulturelle und wirtschaftliche Bereicherung für Deutschland und humanitär unabdingbar
ecbert 01.07.2014
2. Beendigung von Kriegen schnellstens möglich,
wenn die Kosten der Aufnahme von Flüchtlingen den kriegführenden Parteien umgehend auferlegt und auch von ihnen eingetrieben werden könnten. Ebenso müssten alle Kriegsunterstützerländer wie in Syrien augenscheinlich Russland und China ebenso diese Kosten mittragen. Das währe mal eine sinnvolle Aufgabe der UN entsprechend tätig zu werden.
wpstier 01.07.2014
3. Vor Ort helfen ist sinnvoll ..
.. nicht die Leute in eine andere schwierigere Gegend bringen. Ein Flüchtling soll plötzlich eine neue Sprache und Kultur lernen können?
peterpahn 02.07.2014
4. Bei Flüchtlingen aus Syrien kann wenigstens ...
Bei Flüchtlingen aus Syrien kann wenigstens niemand ernsthaft bezweifeln, dass es sich im wahrsten Sinne des Wortes um Flüchtlinge handelt. Ich bin gegen die sog. Armutszuwanderung von EU-Bürgern aus Rumänien und Bulgarien, weil das "hausgemachte Probleme der EU" sind, aber bei Syrien bin ich auf der Seite des Bundespräsidenten, auch wenn ich damit wohl eine Mindermeinung vertrete.
alexanderlord 02.07.2014
5. Menschenrechtsförderung
Wenn Deutschland 40000 Flüchtlinge aufnimmt, dann ist es für viele eine humanitäre Geste. Und es ist keine Frage, dass Deutschland somit viele Menschenleben gerettet hat. Doch wenn man öfters darüber berichten würde, dass ausgerechnet ein Land wie Iran mit mehr als 3000000 Menschen die meisten Flüchtlinge der Welt aufgenommen hat, dann würde man verstehen, dass die Berichte über die Menschenrechtslage in Iran wirklich unausgewogen sind. Ja es gibt sie dort: drakonische Strafen (laut Amnesty International handelt es sich bei den meisten um Drogenschmugglern). Ich finde, dass es an der Zeit wird, auch zu erwähnen, wie viele Menschenleben durch die exzeptionelle Flüchtlingsaufnahme Irans gerettet wurden. Wenn wir so großzügig Flüchtlinge aufnehmen würden, dann würden wir auch viel besser verstehen, warum somit logischerweise interne Probleme entstehen... am Ende wurden trotzdem viel mehr Menschenleben gerettet.
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