Einsatz in Syrien Fluglinien fürchten sich vor russischen Raketen

Vom Kaspischen Meer aus schießt Russland auf Ziele in Syrien, dabei queren die Raketen eine wichtige Flugroute nach Europa. Berichten zufolge fürchten die Airlines die Waffen, mindestens ein Unternehmen hat bereits reagiert.

Ein Flugzeug von Air China: Pendelt zwischen Europa und Asien
DPA

Ein Flugzeug von Air China: Pendelt zwischen Europa und Asien


Eine der wichtigsten Flugrouten zwischen Europa und Asien führt über die Türkei, Iran und das Kaspische Meer. Dies ist zum Beispiel auf der Webseite Flightradar24.com gut zu sehen. Doch seit Russland vom Kaspischen Meer aus Ziele in Syrien mit Raketen und Marschflugkörpern beschießt, sorgen sich laut Zeitungsberichten einige Fluglinien wegen möglicher Geschosse auf dieser Route.

Air France hat nach Informationen der "Welt" deswegen spezielle Vorkehrungen für den Überflug Irans und des Kaspischen Meeres getroffen. Die eigene Sicherheitsdirektion habe dies empfohlen. Details nenne die Gesellschaft aus Sicherheitsgründen jedoch nicht.

Auch die Europäische Agentur für Luftfahrtsicherheit (EASA) soll demnach die Airlines vor Raketen in dem Krisengebiet gewarnt haben: Sie müssten die Route kreuzen, wenngleich die Lenkwaffen - um nicht vom Radar erfasst zu werden - meist in deutlich niedrigeren Höhen flögen als die Passagiermaschinen.

Seit Ende September bombardiert Russland Ziele im Bürgerkriegsland Syrien, offiziell, um die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) zu bekämpfen. Bisher schlug ein Großteil der russischen Bomben aber im Westen des Landes ein - in Gebieten, in denen sich der IS gar nicht befindet. Kritiker vermuten, Russland wolle vielmehr die Armee von Baschar al-Assad gegen die syrischen Rebellen unterstützen.

Das "Wall Street Journal" berichtet unter Berufung auf die Internationale Zivilluftfahrtorganisation ICAO gar von mehreren Fluggesellschaften, die sich bereits für alternative Routen entschieden hätten - und somit Umwege in Kauf nehmen. Und tatsächlich waren auf Flightradar24.com am Sonntagabend mehr Flugzeuge auf der Route über Saudi-Arabien und Ägypten zu sehen als auf der nördlichen Route über Iran.

Seit dem Abschuss von Flug MH17 im Juli 2014 über der Ukraine sind Luftfahrtbehörden laut "WJS" besonders für Flüge über oder in der Nähe von Krisengebieten sensibilisiert.

apr



Forum - Diskussion über diesen Artikel
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Banause_1971 11.10.2015
1. Da man es ja weiß,
denke ich, dass jede Fluggesellschaft es sich verkneift, ihre Maschinen über das Gebiet zu schicken. Oder möchte man schon wieder Schlagzeilen über Tote haben? Die Airline, welche trotz allem ihre Maschinen über das Gebiet schickt, ist unverantwortlich und sollte von Passagieren gemieden werden. Dort herrscht KRIEG.
andrzej.mallek 11.10.2015
2. Wenn dann,
sollten diese Flieger lieber die von den Eigentümern bevorzugte Luftlinie fliegen. Sonst müssten Sie sich für die möglichen Gefahren selber verantworten.
Grafensteiner 11.10.2015
3. Was für eine alberne Angstmache
Seit wann fliegen westliche Fluglinien über den Iran? Sie hielten sich bislang an die US-Sanktionen. Die einzigen gefährdeten Flugzeuge sind die der Iran Air. Weil sie sich bei Start und Landung in Flughöhen der Drohen (teilweise unter 50 m) befinden und nicht - wie die westlichen Grossflugzeuge in Flugkorridoren- auf über 12.000 m.
Chilango 11.10.2015
4. Wieso?
Hat die Ukraine BUK-Systeme in Syrien stationiert? Mal sehen, die Russen bombardieren also Ziele im Westen wo der IS keine Stellungen hat. Wer hat den Stellungen im Westen? Aha, zum Beispiel Al Nusra, der syrische Al Quaida Abkömmlimg. Glaube keiner Nachricht die du nicht selber gefälscht hast. In Zukunft wäre es interessant wenn der Spiegel auch Infos zu seinen Informationsquellen gibt. Das "renomierte" Bellingcat ist ja schon als Desinformationschmiede der NATO entlarvt
tomita 11.10.2015
5. Ja so ist das ...
Jahrzehntelang haben "WIR" in Gegenden was zu suchen gehabt, in denen wir nichts zu suchen hatten, und jetzt versuchen andere ihr Glück darin, diese unheilvollen Fehler zu kopieren. Aber die Frage nach dem "cui bono?" ist damit leider noch nicht beantwortet. Letztendlich etwa "uns"?
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